Öl fällt wegen Spekulationen über US-Iran-Einigung, US-Aktien und Anleihen legen zu
Nach Berichten, dass sich die USA und der Iran auf ein Memorandum zur Beendigung der Kampfhandlungen geeinigt hätten, nahm die Risikofreude an den US-Finanzmärkten am 15. Juni zu. Der Dow Jones Industrial Average stieg zwischenzeitlich um mehr als 700 Punkte und erreichte zeitweise ein Rekordhoch.
Käufe bei Öl und Anleihen, Verkäufe bei Öl und Anleihen
US-Präsident Donald Trump erklärte am 14. Juni über seine sozialen Medien, man habe sich mit dem Iran auf ein Ende der Kampfhandlungen geeinigt. Er äußerte die Erwartung, dass am 19. Juni ein formelles Abkommen unterzeichnet werde und die für den Energietransport zentrale Straße von Hormus wieder geöffnet werde.
Daraufhin brachen die Ölpreise ein. Der Frontmonat der internationalen Referenzsorte WTI (West Texas Intermediate) verlor gegenüber dem Vortagsschluss mehr als 6 Prozent und rutschte zeitweise unter die Marke von 80 Dollar je Barrel. Es war der tiefste Stand seit dem 10. März und damit der niedrigste Wert seit rund drei Monaten.
Mit dem Nachlassen der Inflationssorgen gaben die Renditen von US-Staatsanleihen über weite Laufzeiten nach. Die zehnjährige US-Rendite, ein Maßstab für die langfristigen Zinsen, fiel in den Bereich von 4,4 Prozent und markierte zwischenzeitlich den niedrigsten Stand seit einem Monat.
Breite Gewinne an den Aktienmärkten
An den Aktienmärkten nahm die Risikobereitschaft der Anleger zu, und der Dow Jones schloss den dritten Tag in Folge im Plus. Der S&P-500-Index stieg um 2 Prozent, der Nasdaq Composite um bis zu 3 Prozent.
Der VIX, der die erwartete Volatilität von US-Aktien misst, fiel rasch in den Bereich von 16 und lag damit deutlich unter der Marke von 20, die auf wachsende Vorsicht hindeutet. Ulrike Hoffmann-Burchardi, Chief Investment Officer Americas und Leiterin des globalen Aktiengeschäfts bei UBS, sagte, wenn das Abkommen Bestand habe, werde sich das Interesse der Anleger stärker auf das robuste Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne richten und dies könne die weltweiten Aktienmärkte stützen.
Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) legte am 15. Juni um 5 Prozent zu und übertraf zeitweise erstmals seit rund zwei Wochen das am 3. Juni erreichte Rekordhoch. Halbleiterwerte hatten die US-Aktienmärkte seit April vor dem Hintergrund der Nachfrage nach Anwendungen für künstliche Intelligenz (KI) angetrieben, doch seit Beginn des Junis waren die Kursschwankungen wegen Sorgen über Überhitzung heftiger geworden. Vom jüngsten Tief am 10. Juni aus gerechnet liegt der Index 16 Prozent im Plus, was die Erholung deutlicher macht.
Matthew Murray von Miller Tabak sagte, anhaltende Kursgewinne bei Halbleiteraktien wären ein positiver Faktor für den Gesamtmarkt. Unter den Einzeltiteln stiegen Micron Technology zwischenzeitlich um 10 Prozent, Advanced Micro Devices (AMD) um 9 Prozent und Nvidia um 4 Prozent.
SpaceX-IPO als weiterer Stützungsfaktor
Auch der gute Start der SpaceX-Aktie nach dem am vorigen Freitag, dem 12. Juni, nach Mittelaufkommen größten Börsengang der Geschichte stützte die Marktstimmung. Nach einem Plus von 19 Prozent am ersten Handelstag wurden die Papiere auch am 15. Juni zeitweise weitere 17 Prozent höher gekauft.
Elon Musk, der das Unternehmen führt, schrieb am 14. Juni auf X, früher Twitter, dass der Umsatz von SpaceX bis 2030 auf rund 1 Billion Dollar steigen könnte. Die bullische Prognose, die deutlich über dem Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025 liegt, wurde als Kaufargument wahrgenommen.
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