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Die sechs Monate lange Zinserhöhungspause der BoJ, US-Finanzminister Bessent drängt auf Korrektur der Yen-Schwäche

BoJ debattiert über erste Zinserhöhung seit sechs Monaten - US-Finanzminister stützt Kurs gegen Yen-Schwäche

Die Bank of Japan wird auf ihrer geldpolitischen Sitzung am 15. und 16. über eine Zinserhöhung beraten, die erste seit sechs Monaten. Hintergrund ist, dass US-Finanzminister Bessent die gleichzeitige Schwäche des Yen und der Anleihen in Japan mit zunehmender Sorge beobachtet und die BoJ zu einem Handeln gedrängt hat.

Die von den USA gesehenen Gründe für die Yen-Schwäche

Nach Angaben von US-Regierungsvertretern hatte Bessent bereits im Februar frühzeitig entschieden, Japan zu besuchen. Um spekulative Yen-Verkäufe einzudämmen, führte er am 23. Januar einen sogenannten Rate Check durch, der einer Devisenmarktintervention vorausgeht. Auch danach hielt die Tendenz zur Yen-Schwäche an, und er kam zu dem Schluss, dass ein direktes Gespräch mit der japanischen Seite notwendig sei.

Bessent hielt die verzögerte Zinserhöhung der BoJ für die Hauptursache der Yen-Schwäche. Er vertrat die Ansicht, dass sich der Yen-Kurs auf einem angemessenen Niveau einpendeln werde, wenn die BoJ ihre Geldpolitik mit Blick auf die Inflationsrate steuere. Zugleich beschrieb er BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda als einen seit zehn Jahren bekannten Vertrauten und als 'einen sehr guten Zentralbanker', ließ aber durchblicken, dass die Verzögerung bei Zinserhöhungen eher auf externen Druck als auf die Führung der BoJ selbst zurückzuführen sei.

Der Japan-Besuch war ursprünglich vor dem Gipfeltreffen zwischen den USA und China vom 11. bis 13. Mai angesetzt, doch am Ende priorisierte er Gespräche mit Ministerpräsidentin Sanae Takaichi, Finanzministerin Satsuki Katayama und Gouverneur Ueda. Mit Katayama einigte er sich auf Maßnahmen zur Eindämmung spekulativer Yen-Verkäufe; laut japanischen und US-Diplomaten bestätigte dies zugleich die Unabhängigkeit der BoJ. Ein bilaterales Treffen zwischen dem US-Finanzminister und dem BoJ-Gouverneur ist ungewöhnlich und wurde nach Bessents vorzeitiger Abreise aus Japan wegen eines dringenden Gesprächs mit China auf das Treffen der Gruppe der Sieben (G7) am 19. Mai in Paris verschoben.

Warnung vor ungewöhnlichen Marktbewegungen

Beim japanisch-amerikanischen Gipfeltreffen im März zog Bessent eine Parallele zwischen US-Präsident Donald Trump und Ministerpräsidentin Takaichi einerseits sowie zwischen US-Präsident Ronald Reagan und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher andererseits. Zur gleichen Zeit teilten US-Währungsbeamte der japanischen Seite jedoch mit, dass die USA vielmehr befürchteten, Takaichi könnte in eine Lage geraten wie die britische Premierministerin Liz Truss im Jahr 2022. In Großbritannien hatte damals eine umfangreiche, nicht gegenfinanzierte Steuersenkung einen abrupten Anstieg der Zinsen ausgelöst und den Truss-Schock verursacht.

Im Januar äußerte Bessent während eines Aufenthalts in der Schweiz große Besorgnis und sagte über den japanischen Anleihemarkt, es habe dort eine Bewegung von 'sechs Standardabweichungen' gegeben. Sechs Sigma bezeichnet statistisch ein extrem seltenes Ereignis, das nur drei- bis viermal in einer Million Fällen auftritt. Die US-Behörden sahen vor allem das gleichzeitige Fortschreiten von Zinsanstieg und Yen-Verkäufen in Japan als problematisch an. Normalerweise führt ein Anstieg der Zinsen zu Yen-Käufen, doch im Januar überschritt die Rendite 40-jähriger Staatsanleihen zeitweise 4%, während der Yen-Kurs auf das Niveau von 159 Yen je Dollar fiel.

Japans institutionelle Investoren verkaufen netto US-Staatsanleihen

Im Zentrum von Bessents Sorge steht die Möglichkeit, dass ein 'Verkauf Japans' bei Währungen und Anleihen Verkäufe von US-Staatsanleihen durch japanische institutionelle Investoren auslöst und damit die US-Zinsen nach oben treibt. Citi warnte im Januar während der Phase steigender Yen-Zinsen, dies könne Verkäufe von US-Staatsanleihen im Umfang von bis zu 130 Milliarden Dollar auslösen.

Um diese Kette zu durchbrechen, wäre die Wiederherstellung des Vertrauens in die japanischen Staatsfinanzen der eigentliche Weg. Kurzfristig gilt jedoch eine Eindämmung der Yen-Schwäche als wirksam. Sie könnte Kündigungen von Fremdwährungspolicen und höhere Kosten für Währungsabsicherung abmildern und so Verkäufe ausländischer Anleihen durch institutionelle Investoren bremsen.

Japans institutionelle Investoren verkauften im Februar und März netto mehr als 5 Billionen Yen an US-Staatsanleihen und wechselten im April zu einem Nettozukauf von 0,3 Billionen Yen. Das Finanzministerium und die BoJ intervenierten während der langen Feiertage zugunsten des Yen, und auch die US-Behörden signalisierten Zustimmung, indem sie erklärten, sie stünden zur Eindämmung der Yen-Schwäche 'in engem Kontakt mit Japan'.

Bessent ist als Japan-Freund mit mehr als 50 Besuchen in Japan bekannt. Als Investor soll er 2013 im Zuge der Abenomics-Rallye durch Leerverkäufe des Yen mehr als 1 Milliarde Dollar verdient haben. Als heutiger Finanzminister trägt er jedoch Verantwortung für den US-Anleihemarkt und achtet auch auf die Stabilität des Yen-Kurses.

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