Japan und Großbritannien weiten staatliche Zusammenarbeit bei Offshore-Windkraft und Spitzentechnologien aus
Japans Premierministerin Sanae Takaichi und der britische Premierminister Starmer haben sich am 14. in der Residenz des Premierministers in London darauf verständigt, einen Rahmen für die staatliche Zusammenarbeit bei Offshore-Windkraft zu schaffen. Zudem wollen beide Seiten die Zusammenarbeit in Spitzentechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und im Verteidigungsbereich vertiefen.
Schwerpunkte des Gipfeltreffens
Zu Beginn führten beide ein Vier-Augen-Gespräch nur mit Dolmetschern, anschließend sprachen sie etwa eine Stunde lang, einschließlich Beratungen mit weiteren Beteiligten. Starmer sagte, in einer turbulenten Welt gebe es viele Themen zu erörtern, und es sei ihm eine große Ehre, Werte und Denkweisen mit Japan teilen zu können. Takaichi antwortete, beide seien maritime Nationen, die Sicherheit der Region sei untrennbar miteinander verbunden. Sie wolle die Beziehungen zwischen Japan und Großbritannien auf eine noch höhere Ebene heben. Beide sprachen sich gegenseitig mit den Vornamen 'Sanae' und 'Keir' an und demonstrierten damit ihre Vertrautheit.
Konkretisierung bei wirtschaftlicher Sicherheit und Verteidigung
Beide Regierungen werden eine 'Frontier Technology Partnership' ankündigen, die die Zusammenarbeit im Bereich Spitzentechnologien hervorhebt. Für Japan ist dies das erste Mal, dass ein Dokument vorgelegt wird, das eine derartige bilaterale Beziehung beschreibt. Vor dem Hintergrund der instabilen Lage im Nahen Osten wollen beide Länder auch bei der sicheren Energieversorgung enger zusammenarbeiten. Im britischen Offshore-Windsektor werden in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich Unternehmen wie Tokyo Electric Power Holdings bis zu 9 Milliarden Pfund Sterling, rund 1,9 Billionen Yen, investieren. Die britische Regierung teilte vor dem Treffen mit, dass sich die Investitionen japanischer Unternehmen in Großbritannien, einschließlich Offshore-Windkraft, auf insgesamt 18 Milliarden Pfund Sterling, rund 3,9 Billionen Yen, belaufen werden.
Japan und Großbritannien werden zudem eine Gipfelerklärung zur wirtschaftlichen Sicherheit vorlegen. Im Nuklearbereich treiben die japanische Atomenergiebehörde JAEA und Rolls-Royce aus Großbritannien die Forschung und Entwicklung eines Hochtemperatur-Gasreaktors voran. Außerdem sollen Kooperationen zwischen Rapidus, das die Massenproduktion von Halbleitern der nächsten Generation anstrebt, und britischen KI-Startups gefördert werden. Im Zusammenhang mit dem 'Global Combat Air Programme (GCAP)', das von Japan, Großbritannien und Italien gemeinsam zur Entwicklung eines Kampfjets der nächsten Generation vorangetrieben wird, werden die Verträge zwischen Staat und Privatwirtschaft der drei Länder verlängert, die Ende Juni auslaufen. Starmer machte die Einigung über die Verlängerung zu Beginn des Treffens bekannt und bezeichnete das Vorhaben als 'eine äußerst wichtige strategische Initiative für beide Länder'. Auch bei dem in Großbritannien verzögerten langfristigen Investitionsplan für Verteidigungsprojekte könnte damit ein gewisser Fortschritt erzielt werden. Zudem wird ein neuer 'Verteidigungs- und Industrierat' eingerichtet, der auf Staatssekretärsebene vom japanischen Beschaffungsamt für Verteidigungsgüter und dem britischen Verteidigungsministerium besetzt wird und die gemeinsame Entwicklung von Verteidigungsausrüstung voranbringen soll.
Abstimmung vor dem G7-Treffen
Parallel zum Gipfeltreffen findet auch ein 'Business Roundtable' mit Unternehmen und Beteiligten beider Länder statt. Mit Blick auf die internationale Lage bekräftigten beide Seiten ihre Absicht, die Zusammenarbeit zur Verwirklichung des von Japan vertretenen Konzepts eines 'freien und offenen Indo-Pazifik' (FOIP) zu verstärken und gemeinsam dafür zu sorgen, dass die Straße von Hormus sicher befahren werden kann. Takaichi hatte Großbritannien als erstes europäisches Reiseziel seit ihrem Amtsantritt gewählt. Starmer war im Januar nach Japan gereist und hatte Takaichi dort getroffen. Diesmal erfolgte der Besuch in Großbritannien auf Einladung der britischen Seite, das Treffen fand jedoch in der Residenz des Premierministers und nicht in Chequers, dem offiziellen Landsitz des Regierungschefs am Stadtrand von London, statt. Ziel ist es auch, vor dem Beginn des G7-Gipfels ab dem 15. in Évian im Osten Frankreichs die Positionen beider Länder abzustimmen.
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