SpaceX geht an die Börse, Marktkapitalisierung bei 2,1 Billionen Dollar
SpaceX geht an die Börse, Erstkurs über Ausgabepreis
Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat am 12. einen Börsengang (IPO) durchgeführt. Der Aktienkurs lag 19 Prozent über dem Ausgabepreis, die Marktkapitalisierung erreichte 2,1 Billionen Dollar (rund 340 Billionen Yen). Die Erwartungen an Elon Musk hatten sich bereits im Vorfeld aufgebaut und machten die Investitionsbegeisterung rund um den Unternehmer erneut deutlich.
Kapitalaufnahme in historischem Ausmaß
Musk sagte am Morgen des 12. vor Mitarbeitern am Firmensitz in Texas, aus einem kleinen Unternehmen, das in einem Lagerhaus in El Segundo im US-Bundesstaat Kalifornien begonnen habe, sei der größte Börsengang der Geschichte geworden. SpaceX nannte vor Gesprächen mit institutionellen Investoren einseitig den Ausgabepreis und nahm über die Ausgabe neuer Aktien mit 75 Milliarden Dollar so viel Geld ein wie nie zuvor.
Die Platzierung stieß bei privaten und institutionellen Anlegern auf starke Nachfrage. Der Erstkurs vor Mittag betrug 150 Dollar und lag damit 11 Prozent über dem Ausgabepreis; zeitweise näherte sich der Kurs 180 Dollar. Der Schlusskurs lag bei 160 Dollar und 95 Cent.
Auch in Japan hohe Nachfrage
In Japan wurden rund 350 Milliarden Yen eingeworben. Bei den drei Vertriebsfirmen, darunter Mizuho Securities, gingen Kaufwünsche von Privatanlegern in Höhe von mehr als 1 Billion Yen ein, also dem Dreifachen des Emissionsvolumens.
Keiichi Nakagawa, 74, aus Yokohama sagte, er stimme Musks Verhalten nicht zu, schätze aber die Wirkung von Starlink und anderen Projekten und habe SpaceX-Aktien als erste einzelne Auslandsaktie gekauft. Unter den Anlegern, die den Handel vor der Nasdaq-Börse in New York verfolgten, waren auch Menschen, die das Unternehmen seit mehr als zehn Jahren begleiten.
Marktkapitalisierung auf Platz sechs weltweit
SpaceX wurde 2002 gegründet. Mit der Entwicklung wiederverwendbarer Raketen erschloss das Unternehmen das private Raumfahrtgeschäft; die wichtigste Ertragsquelle ist inzwischen der Satellitenkommunikationsdienst Starlink. Im Februar übernahm SpaceX das von der KI-Entwicklung geprägte Unternehmen xAI, das das soziale Netzwerk X, früher Twitter, besitzt.
Nach dem IPO stieg die Marktkapitalisierung über die Marke von 2 Billionen Dollar und überholte Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) sowie den US-Konzern Broadcom. Damit rückte SpaceX auf Rang sechs der weltweiten Unternehmen nach Marktkapitalisierung vor, hinter Amazon.com.
Der Musk-Aufschlag wird deutlich
Das Unternehmen setzt ambitionierte Ziele wie die Kolonisierung des Mars durch den Menschen oder eine Million Weltraum-Rechenzentren. Anleger übertragen diese teils unrealistisch wirkenden Konzepte auf Musks Fähigkeit, nach zahlreichen Hindernissen in der Vergangenheit immer wieder Lösungen gefunden zu haben.
Das spiegelt sich auch in Kennzahlen wider. Beim PSR (Kurs-Umsatz-Verhältnis), das die Marktkapitalisierung durch den Jahresumsatz teilt, liegt der Durchschnitt der neun größten Unternehmen außerhalb von SpaceX bei 13, während SpaceX mit 113 deutlich herausragt.
Im Fokus steht nun das Verhältnis zu Tesla, dem ebenfalls von Musk gegründeten großen Elektroautobauer. Es gibt die Ansicht, beide Unternehmen könnten zusammengeschlossen werden, um die Finanzierung zu erleichtern. Außerdem kursiert der Plan, die von Musk vorgesehene Halbleiter-Serienfertigungsfabrik TerraFab gemeinsam zu betreiben. Sollte dies Wirklichkeit werden, läge die rein addierte Marktkapitalisierung bei 3,6 Billionen Dollar.
Die starke Vertrauensbasis in Musk birgt allerdings auch Risiken. Musk hält viele Aktien mit hohen Stimmrechten und verfügt auf Stimmrechtsbasis über mehr als 80 Prozent. Nicht wenige institutionelle Investoren verzichten aus Governance-Bedenken auf ein Engagement.
Die Frage ist, wie lange die hohen Erwartungen tragen
Jay Ritter, emeritierter Professor an der University of Florida, weist darauf hin, dass Unternehmen mit hohem PSR nach dem ersten Handelstag eher zu Kursrückgängen neigen. Auch bei SpaceX könne der Abwärtstrend noch einige Jahre anhalten. Eine Untersuchung der Nikkei von zehn großen US-IPOs seit 2010 ergab, dass am ersten Handelstag neun Titel zulegten, während die Aktienkurse ein Jahr später bei sieben Unternehmen unter dem Niveau des ersten Tages lagen.
Auch bei Weltraum-Rechenzentren, die als Wachstumsschlüssel gelten, verweist Ritter auf technische Schwierigkeiten. Wenn die Umsetzung scheitert, könne das große Enttäuschung auslösen, sagte er.
Die Tech-Dominanz nimmt weiter zu
Tech-Unternehmen, darunter SpaceX, treiben den freundlichen US-Aktienmarkt an. Neun der zehn weltweit wertvollsten Unternehmen sind Tech-Konzerne mit Bezug zu KI, Halbleitern oder Smartphones, acht davon sind US-Unternehmen.
Das US-Unternehmen Anthropic und OpenAI reichten im Juni ebenfalls Prospekte für einen Börsengang ein. Sollten beide Unternehmen an die Börse gehen, könnte ihre Marktkapitalisierung jeweils über 1 Billion Dollar liegen. Die Struktur der Tech-Dominanz dürfte sich weiter verfestigen.
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