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Sechste H3-Rakete gestartet: JAXA kommt dem kostengünstigen Betrieb näher

JAXA: H3-Start der sechsten Rakete erfolgreich, Aussicht auf geringere Kosten

Erfolgreicher Orbit-Eintritt in der 30-Konfiguration

Die japanische Raumfahrtagentur JAXA hat am 12. die sechste Rakete des staatlichen Großträgerprogramms H3 vom Tanegashima-Raumfahrtzentrum in der Präfektur Kagoshima gestartet und den Flug erfolgreich beendet. Rund 15 Minuten und 15 Sekunden nach dem Start passierte die Rakete beim Ende der Verbrennung des zweiten Stufenantriebs die vorgesehene Umlaufbahn; zudem wurde der mitgeführte Kleinsatellit abgetrennt. Mit dem erfolgreichen Nachweis in der am leichtesten kostensenkend umsetzbaren 30-Konfiguration zeichnet sich eine Wettbewerbsfähigkeit bei den Startkosten pro Rakete gegenüber dem US-Unternehmen SpaceX ab.

Bei einer Pressekonferenz nach dem Start sagte der H3-Projektleiter Masaki Arita von JAXA: 'Es waren sechs Monate, die kurz wirkten und doch lang waren. Ich bin erleichtert, dass wir es irgendwie geschafft haben.' Nach dem Erfolg nimmt H3 den Betrieb wieder auf; innerhalb des Geschäftsjahres 2026 werden mindestens drei Starts erwartet.

Neustart auf dem Weg zu niedrigeren Kosten

Nach dem Fehlschlag eines Starts im Dezember 2025 explodierte auch die von JAXA entwickelte Kleinrakete Epsilon S während eines Triebwerkstestlaufs, und der Startzeitpunkt blieb unbestimmt. Japan hatte damit sein Mittel verloren, Satelliten ins All zu bringen; mit dem Erfolg von H3 wird die Startinfrastruktur nun wiederaufgebaut.

H3 verfügt neben der 30-Konfiguration, die nur mit dem flüssigtreibstoffbasierten Haupttriebwerk fliegt, auch über die 22-Konfiguration mit zwei Haupttriebwerken und zwei Feststoffboostern sowie die 24-Konfiguration mit vier Feststoffboostern. Die 22- und 24-Konfigurationen sind bereits erfolgreich gestartet worden; mit dem Erfolg der 30-Konfiguration ist nun auch die Variante, die unter den verschiedenen Ausführungen am ehesten kostensparend ist, erprobt.

Die Entwicklung von H3 begann 2014; ursprüngliches Ziel war es, die mit dem Vorgängermodell H2A auf 10 Milliarden Yen veranschlagten Startkosten zu halbieren. Mit dem jüngsten Erfolg zeichnet sich die Sicherung einer Kostenwettbewerbsfähigkeit ab, die dem die weltweite Satellitenstartbranche dominierenden US-Unternehmen SpaceX Paroli bieten könnte. Wie bei H2A soll der Startbetrieb künftig an Mitsubishi Heavy Industries übergehen. JAXA-Präsident Hiroshi Yamakawa sagte: 'Wir denken in Richtung eines frühen Übergangs zu Starts unter Führung des Privatsektors.'

Masayuki Eguchi, Executive Vice President bei Mitsubishi Heavy Industries, erklärte mit Blick auf die Übertragung: 'Um die Zahl der Starts zu erhöhen, müssen die Produktionsstätten und die Startressourcen auf Tanegashima erweitert werden. Wir werden schrittweise auf die steigenden Startzahlen reagieren.' Das Unternehmen übernimmt zudem viele der hochzuverlässigen Technologien mit einer Erfolgsquote von 98 %, die mit H2A entwickelt wurden. Wenn künftig mehrere Starts in Folge gelingen, bestehen durchaus gute Chancen, dass die Übertragung an den Privatsektor voranschreitet.

Wachsende Konkurrenz auf dem Weltmarkt

Mit dem Fortschritt der Privatisierung dürfte es leichter werden, Aufträge für Satellitenstarts aus dem Ausland zu gewinnen. Der Grund ist, dass Mitsubishi Heavy Industries die Produktion der Rakete bis zum Start aus einer Hand steuern kann und damit Starttermine leichter an Kundenwünsche anpassen kann.

Weltweit schreitet der Ausbau von Weltrauminfrastruktur für Kommunikation, Erdbeobachtung und Sicherheit voran, und auch die Zahl der Raketenstarts steigt. Nach Angaben des Kabinettsamts belief sich die weltweite Zahl der Raketenstarts 2025 auf 316 und lag damit etwa viermal so hoch wie vor zehn Jahren.

Auch H3 richtet den Blick auf den Weltmarkt, doch das Wettbewerbsumfeld bleibt hart. SpaceX hatte im Mai einen erfolgreichen Starttest seiner Trägerrakete der nächsten Generation 'Starship'. Sie verfügt über eine mehr als viermal höhere Transportkapazität als das Flaggschiff Falcon 9, kann große Satelliten befördern und dürfte die Kosten pro transportierter Last deutlich senken.

In Europa gibt es mit Ariane 6 bereits eine Schwerlastrakete, während in den USA Start-ups für Raketentechnik in schneller Folge entstehen. Atsushi Uchida, Chef-Forscher am Mitsubishi Research Institute, sagte: 'Die Dominanz von SpaceX wird andauern, aber H3 muss sich stetig eine Erfolgsbilanz aufbauen, auch um Nachfrage zu gewinnen, die das Unternehmen nicht abdecken kann.' Kota Umeda, Forscher am Institute of Geoeconomics in Minato, Tokio, sagte ebenfalls: 'Der jüngste Erfolg ist ein großer Schritt nach vorn. Er ist ein Etappenschritt, um auf Augenhöhe mit Rivalen wie SpaceX in den Wettbewerb einzutreten.'

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