H3-Rakete in 30er-Konfiguration: JAXA meldet ersten erfolgreichen Start
30er-Konfiguration erstmals erfolgreich demonstriert
Die japanische Raumfahrtagentur JAXA hat am Vormittag des 12. einen erfolgreichen Start der großen inländischen Trägerrakete H3 gemeldet. Die vorherige Mission war im Dezember 2025 gescheitert; mit dem achten Flug stieg die Erfolgsquote von 71% auf 75%.
Der Start erfolgte gegen 9:53 Uhr Ortszeit vom Raumfahrtzentrum Tanegashima in der Präfektur Kagoshima. Diesmal wurde erstmals die 30er-Konfiguration ohne Feststoffbooster nachgewiesen. Die Rakete fliegt dabei nur mit einem Haupttriebwerk für flüssigen Treibstoff und gilt innerhalb der H3-Baureihe als Variante mit dem größten Potenzial zur Kostensenkung.
Schlüssel zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit
Der Vorgänger H2A galt mit einer Erfolgsquote von 98% als äußerst zuverlässig, doch die Startkosten wurden auf 10 Milliarden Yen beziffert, sodass Japan nicht genügend Aufträge für den Start ausländischer Satelliten gewinnen konnte. Die H3 soll die Startkosten auf die Hälfte der H2A senken; die 30er-Konfiguration spielt dabei eine entscheidende Rolle für die internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Zur H3 gehören zudem die 22er-Konfiguration mit zwei Haupttriebwerken und zwei Feststoffboostern sowie die 24er-Konfiguration mit zwei Haupttriebwerken und vier Feststoffboostern. Beide Varianten haben ihre Starts erfolgreich absolviert. Mit dem Erfolg der 30er-Konfiguration sind nun alle Typen erprobt.
Nach dem Fehlschlag des Erstflugs im Jahr 2023 hatte die H3 mehrere Erfolge erzielt, war aber im Dezember 2025 erneut gescheitert. Bislang wurden sieben Raketen gestartet, zwei davon endeten mit einem Fehlschlag.
Der für die Starts zuständige JAXA-Projektmanager Makoto Arita hatte bei einer Informationsveranstaltung am 13. Mai erklärt: 'Es ist eine Herausforderung, mit der Wiederaufnahme der Starts die Wiederauferstehung der H3 zu wagen. Wenn wir diese Hürde nicht überwinden, gibt es keine Zukunft für die H3.'
Ursache mit Testfluggerät überprüft
Diesmal wurde keine große künstliche Satellitenladung mitgeführt; stattdessen wurden Dummy-Satelliten an Bord genommen, um zu prüfen, ob die geplante Umlaufbahn erreicht werden kann. Als Erfolg galt die Mission, wenn sich die Rakete 15 Minuten und 15 Sekunden nach dem Start, nach dem Ende der Triebwerksverbrennung der zweiten Stufe, auf der vorgesehenen Bahn befand.
Bei der vorherigen Mission hatte sich der mitgeführte Satellit früher als erwartet von der Rakete getrennt. Ursache war ein Fertigungsfehler: An der Verbindungsstelle der Plattform, auf der der Satellit montiert war, hatte sich ein Riss gebildet. Beim Abtrennen der Satellitenverkleidung weitete sich der Riss aus und führte zum Fehlschlag.
Diesmal wurde der betroffene Bereich repariert und verstärkt; zudem wurden Messgeräte angebracht, um die Ursache des Fehlschlags der vorherigen Mission weiter zu untersuchen.
Die H3 muss im Haushaltsjahr 2026 mindestens drei Raumsonden oder Satelliten, darunter einen Marsorbiter, starten. Für die reguläre Wiederaufnahme des Betriebs war der Erfolg dieser Mission unerlässlich.
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