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Xi Jinping besucht Nordkorea erstmals seit 7 Jahren und erörtert mit Kim Jong Un die Abstimmung gegenüber den USA und Japan

Xi Jinping in Pjöngjang eingetroffen, Treffen mit Kim Jong Un geplant - Abstimmung gegenüber den USA und Japan bestätigt

Xi Jinping erstmals seit 7 Jahren in Nordkorea

Chinas Staatspräsident Xi Jinping ist am 8. in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang eingetroffen. Das berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Er bleibt bis zum 9. und wird sich mit Generalsekretär Kim Jong Un treffen. Ziel ist es, mit Blick auf die USA die Abstimmung zwischen China und Nordkorea erneut zu demonstrieren.

Begleitung und Einordnung des Besuchs

Nach Angaben von Xinhua begleiteten neben Ehefrau Peng Liyuan auch Cai Qi, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros der Kommunistischen Partei Chinas, sowie Wang Yi, Mitglied des Politbüros und Außenminister, Xi bei der Reise. Es ist Xis erster Besuch in Nordkorea seit Juni 2019 und damit der erste seit 7 Jahren. Das Gipfeltreffen zwischen China und Nordkorea ist das erste seit Kim Jong Un im September 2025 Peking besucht hatte, also seit 9 Monaten.

Bei Xis letztem Nordkorea-Besuch im Jahr 2019 wurde er von Kim Jong Un am internationalen Flughafen Pjöngjang empfangen, und beide Staatschefs sprachen zwei Tage lang miteinander. Xi besuchte zudem den 'Turm der Freundschaft', der die chinesischen Freiwilligen würdigt, die am Koreakrieg teilgenommen hatten, und bekräftigte damit die traditionelle Freundschaft. Damals führte die erste Trump-Regierung Gespräche mit Nordkorea über die Denuklearisierung des Landes, und Xi übernahm eine vermittelnde Rolle, um Kim Jong Un zu einer Fortsetzung des Dialogs mit den USA zu bewegen.

Abstimmung gegenüber den USA und Japan

Auch diesmal dürfte die Politik gegenüber den USA ein zentrales Thema sein. Seit dem Amtsantritt der zweiten Trump-Regierung im Januar 2025 hat Präsident Trump wiederholt zu einem Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea aufgerufen. Das letzte direkte Treffen der beiden Staatschefs fand im Juni 2019 am Grenzort Panmunjom statt.

Xi hatte im Mai dieses Jahres bei dem Besuch Trumps in China die Lage auf der koreanischen Halbinsel erörtert und dürfte auf dieser Grundlage mit Kim Jong Un die Linie gegenüber den USA abstimmen. Vor dem Hintergrund der vertieften militärischen Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea im Zuge der Invasion in der Ukraine dürfte China zudem bestrebt sein, seine Führungsrolle in Fragen der koreanischen Halbinsel zu stärken.

China und Nordkorea stimmen sich auch bei der Kritik an Japan ab. Nordkoreanische Medien haben die Verteidigungspolitik der Regierung von Sanae Takaichi als 'Wiederbelebung des Militarismus' kritisiert; diese Formulierung deckt sich mit der Wortwahl, die chinesische Behörden und Staatsmedien bei Angriffen auf die Takaichi-Regierung verwenden. Vor seiner Reise veröffentlichte Xi am 8. in der Parteizeitung der Arbeiterpartei Koreas, der Rodong Sinmun, einen Beitrag und sagte mit Blick auf Japan, man müsse sich 'allen Ambitionen und Intrigen widersetzen, die auf die Wiederbelebung des Militarismus abzielen und der Sicherheit und Stabilität der Region schaden'.

Hintergrund ist die wachsende Skepsis gegenüber der Sicherheitskooperation zwischen Japan, Südkorea und den USA. Die Regierungen in Tokio und Seoul einigten sich im Mai bei sicherheitspolitischen Gesprächen auf Ebene der Vizeminister darauf, die Bedeutung einer schrittweisen Stärkung der 'strategischen Zusammenarbeit' anzuerkennen.

Mehr hochrangige Besuche vor 65. Jahrestag des Vertrags

Bei dem chinesisch-nordkoreanischen Gipfel könnte auch die Zusammenarbeit rund um den Tumen-Fluss Thema sein, der entlang der Grenze zwischen China, Russland und Nordkorea verläuft. China strebt seit langem die Erschließung des Unterlaufs an, der von Russland und Nordkorea exklusiv verwaltet wird, um von der Provinz Jilin aus per Schiff ins Japanische Meer vorzudringen.

Im Juli begehen China und Nordkorea den 65. Jahrestag der Unterzeichnung des 'Vertrags über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe', der als Grundlage eines de facto militärischen Bündnisses gilt. Der Vertrag sieht vor, dass die jeweils andere Seite militärische Unterstützung leistet, wenn eine Seite in einen Kriegszustand gerät. Vor diesem Jahrestag haben beide Länder den Austausch hochrangiger Vertreter intensiviert.

Etwa drei Wochen nach Kim Jong Uns China-Besuch im September 2025 reiste Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui nach China und traf dort Ministerpräsident Li Qiang. Im darauffolgenden Oktober besuchte Li Pjöngjang und traf Kim Jong Un. Im April 2026 reiste Wang Yi nach Nordkorea, traf Kim Jong Un und hielt zudem ein chinesisch-nordkoreanisches Außenministertreffen ab. Dies dürfte als Vorbereitung auf Xis aktuellen Nordkorea-Besuch dienen.

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