SpaceX-IPO: Auch japanische Privatanleger können zeichnen
Zeichnungsbedingungen und Zeitplan
SpaceX dürfte bereits am 12. ein Initial Public Offering (IPO) durchführen. Die Zeichnungen japanischer Privatanleger beginnen am 5. und markieren den ersten Fall, in dem Privatanleger in Japan breit an einem IPO eines US-Unternehmens teilnehmen können.
SpaceX wird rund 555,55 Millionen neue Aktien ausgeben; davon werden im Inland etwa 14,81 Millionen bis etwa 18,51 Millionen Aktien angeboten. Der vorläufige Angebotspreis liegt bei 135 Dollar je Aktie und gilt als faktischer Emissionspreis. Das Emissionsvolumen dürfte bei 2 bis 2,5 Milliarden Dollar liegen.
Für die Zeichnung ist ein Wertpapierhandelskonto bei Mizuho Securities, Rakuten Securities oder SBI Securities erforderlich. Der Kauf ist über ein normales Konto oder den Wachstums-Investitionsrahmen von NISA möglich, vor der Zeichnung muss jedoch ein Konto für den Handel mit Auslandsaktien eröffnet werden. Teilweise wird es bereits bei der Eröffnung des Wertpapierkontos mit eingerichtet.
Die Annahme von Zeichnungen bei Rakuten Securities und SBI Securities begann am 5. SBI Securities nimmt bis zum 11. um 10.59 Uhr entgegen, Rakuten Securities bis zum 12. um 6.00 Uhr. Die Losergebnisse werden bei SBI Securities am 11. ab 20.00 Uhr, bei Rakuten Securities am 12. gegen 9.30 Uhr bekanntgegeben.
Eine Zeichnung ist ab einer Aktie möglich. Rakuten Securities vergibt pro gezeichneter Aktienmenge ein Losrecht. SBI Securities führt bei einem Teil der Zuteilung eine zusätzliche Lotterie für unterlegene Bewerber durch, die bestimmte Bedingungen wie etwa einen Einlagenbestand bei SBI Shinsei Bank erfüllen.
Bei japanischen IPOs ist es üblich, nach Festlegung des Emissionspreises eine Kaufabsicht zu bestätigen. Diesmal ist jedoch Vorsicht geboten, da der Kauf automatisch erfolgt, sofern kein Rücktritt erklärt wird.
Finanzierung und Ausblick nach dem Börsengang
Die Zeichnung bei Mizuho Securities ist nur am 12. möglich, eine Lotterie findet nicht statt. Die Zuteilung erfolgt unter Berücksichtigung von Faktoren wie Anlagekenntnissen, Erfahrung und Anlagestrategie der Kunden. Bei SBI Securities ist Dollar-Bereitstellung erforderlich, Rakuten Securities rechnet nur in Yen ab. Bei Mizuho Securities kann in Dollar oder Yen gezeichnet werden. Das Geld muss vor der Verlosung auf dem Konto eingezahlt sein.
Der endgültige Emissionspreis wird am 12. morgens japanischer Zeit festgelegt. Der erste Handelstag soll am selben Tag um 22.30 Uhr beginnen; Anleger, die im IPO Aktien erhalten haben, können ab dem 12. handeln.
SpaceX macht Satellitenkommunikation über Starlink zu seiner Ertragsbasis und betreibt zudem Aktivitäten im Weltraumgeschäft und im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Die aufgenommenen Mittel sollen in Investitionen wie Rechenzentren für die KI-Entwicklung und Pläne für die Massenproduktion von Halbleitern fließen. Dem Prospekt zufolge lag der Umsatz im Geschäftsjahr bis Dezember 2025 bei 18,674 Milliarden Dollar, das Nettoergebnis bei einem Verlust von 4,937 Milliarden Dollar. Der Verlust im KI-Geschäft ist groß.
Bei US-IPO wird der erste zustande gekommene Transaktionspreis als Erstkurs bezeichnet. Bei gefragten Titeln liegt er oft über dem Emissionspreis, was als Reiz für Privatanleger gilt. Generell ist die Differenz zwischen Emissionspreis und Erstkurs in den USA jedoch geringer als in Japan.
Laut Takashi Kaneko, emeritierter Professor an der Keio-Universität und Experte für IPO, lag die anfängliche Rendite japanischer IPO in den Jahren 2021 bis 2025 im Durchschnitt bei 48 Prozent, gemessen daran, um wie viel der Erstkurs über dem Emissionspreis lag. Laut Jay Ritter, emeritierter Professor an der University of Florida, betrug sie bei US-IPO im selben Zeitraum im Schnitt 29 Prozent. In den USA stellen institutionelle Anleger den Großteil der Teilnehmer, während in Japan Privatanleger dominieren; diese Unterschiede in der Anlegerstruktur gelten als Grund für die unterschiedlichen Kursverläufe.
PSR liegt nahe bei 100
Bei der Bewertung von IPO dient das Kurs-Umsatz-Verhältnis, das den Aktienkurs mit dem Umsatz je Aktie vergleicht, als Orientierung. Auf Basis des Umsatzes von SpaceX für 2025 liegt das PSR bei nahezu dem 100-Fachen. Selbst in der Zeit der IT-Blase lag der Median bei rund 40.
Das erscheint zwar hoch bewertet, doch wie der Markt ein Geschäftsmodell beurteilt, das sogar eine Besiedlung des Mars in den Blick nimmt, lässt sich nicht einfach mit herkömmlichen IPO vergleichen. Auffällig ist zudem, dass SpaceX 30 Prozent für Privatanleger reserviert und damit mehr als bei einem normalen US-IPO.
In Japan verbreitet sich die Anlage in US-Aktien, und auch das Interesse an IPO nimmt zu. In der zweiten Hälfte des Jahres 2026 dürften auch die KI-Start-ups Anthropic und OpenAI an die Börse gehen. Falls die Unternehmen jeweils eine Zeichnung in Japan wählen, könnten sich IPO von US-Unternehmen im Inland breit etablieren.
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