Während die Fortsetzung der Waffenruhe vom April ins Wanken gerät, tauschen Israel und Iran Angriffe aus
Die Lage im Libanon ist der Auslöser
Der gegenseitige Angriffsaustausch zwischen Israel und Iran ist erneut aufgeflammt. US-Präsident Donald Trump drängt beide Seiten, eine Ausweitung der Kämpfe zu vermeiden, doch die Anfang April vereinbarte vorläufige Waffenruhe gerät zunehmend unter Druck.
Der Iran feuerte am 7. erstmals seit der Waffenruhe im April wieder Raketen auf Israel ab und setzte die Starts bis zum Morgen des 8. fort. Nach Angaben iranischer Medien erklärten die Revolutionsgarden, sie hätten einen israelischen Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen. Zudem hieß es, der 'dieser Angriff ist eine Warnung'. Sollten die israelischen Angriffe im Libanon anhalten, werde man die Zahl der Vergeltungsziele ausweiten, warnte Teheran.
Auslöser war der Libanon. Israel bombardierte am 7. das Hauptquartier der proiranischen Hisbollah in Beirut. Iran schlug zurück mit der Begründung, die vorläufige Waffenruhe mit den USA umfasse auch die libanesische Front. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Baghaei, erklärte am 8., die Verantwortung für den Bruch der Waffenruhe liege bei den USA und die israelischen Militäroperationen seien nicht von der US-Politik zu trennen.
Besorgnis vor einer Ausweitung auf Nachbarländer
Die israelische Armee erklärte am frühen Morgen des 8., sie habe mehrere militärische Ziele in Zentral- und Westiran bombardiert. Das staatliche iranische Fernsehen berichtete von Explosionen in der Hauptstadt Teheran sowie in der westlichen Stadt Täbris und in Isfahan im Zentrum des Landes. Israels Botschafter in den USA, Leiter, schrieb auf X (ehemals Twitter), man habe unter anderem iranische Raketenbasen angegriffen und auch Infrastruktur außerhalb des Energiesektors ins Visier genommen. Am Morgen des 8. bombardierte die israelische Armee zudem eine petrochemische Anlage im Südwesten. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens wurde die Anlage teilweise beschädigt, Schäden an Atomanlagen seien bislang jedoch nicht bestätigt worden.
Die israelische Regierung hielt am 8. eine Sitzung des Sicherheitskabinetts ab, bei der Ministerpräsident Netanjahu und andere das weitere Vorgehen berieten. Das berichteten israelische Medien.
Zugleich wächst die Sorge, dass sich die Kämpfe auf die Region ausweiten könnten. Die proiranische jemenitische Miliz Huthi erklärte am 8., sie habe den Süden der israelischen Wirtschaftsmetropole Tel Aviv angegriffen, und kündigte zudem an, israelischen Schiffen die Fahrt im Roten Meer zu verbieten. Seit Ende Februar und dem Beginn der militärischen Konfrontation mit den USA und Israel hat Iran mit der Schließung der Straße von Bab al-Mandab gedroht, die am Ausgang des Roten Meeres liegt. Da die Meerenge auch als Umweg für die Straße von Hormus dient, könnte ein Fahrverbot selbst für Schiffe ohne Bezug zu Israel die weltweite Energieversorgung beeinträchtigen.
USA rufen sowohl Israel als auch Iran zur Zurückhaltung auf
Trump übt Druck auf Israel aus, die Kämpfe nicht auszuweiten. In einem Interview mit der britischen Financial Times vom 7. sagte er: 'Er (Netanjahu) hat keine Wahl' und deutete damit an, dass Israel ein Abkommen zur Beendigung der Kämpfe zwischen den USA und Iran akzeptieren müsse. Laut dem US-Nachrichtendienst Axios telefonierte Trump am 7. mit Netanjahu und forderte ihn auf, den Iran nicht anzugreifen. Netanjahu habe dem Appell zur Zurückhaltung faktisch zugestimmt.
Auch an den Iran richtete Trump einen Appell: 'Ihr habt Raketen abgefeuert. Das reicht jetzt wohl. Geht zurück an den Verhandlungstisch', sagte er gegenüber Fox News.
Die USA und Israel hatten Ende Februar Militäroperationen gegen den Iran begonnen. Teheran schlug zurück, und die Konfrontation entwickelte sich zu einem groß angelegten militärischen Konflikt. Unter Vermittlung Pakistans einigten sich die USA und der Iran im April auf eine vorläufige Waffenruhe und setzten die Gespräche über ein Ende der Kämpfe fort, doch zwischen beiden Seiten gibt es weiterhin sporadische Angriffe.
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