Regierung und JICA prüfen ein Jahr lang Lager- und Versorgungsketten in vier ASEAN-Staaten
Die Regierung und die Japan International Cooperation Agency (JICA) machen sich daran, die Energieversorgungsketten der Staaten der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) zu stärken. Die Philippinen werden als vorrangiges Unterstützungsland eingestuft; bereits in diesem Sommer sollen staatliche und private Ölbevorratungsanlagen sowie institutionelle Probleme untersucht werden.
Vier ASEAN-Staaten als Unterstützungsziel
Unterstützt werden sollen die Philippinen, Vietnam, Indonesien und Thailand. Neben den Philippinen als höchster Priorität wird Vietnam als weiteres vorrangiges Unterstützungsland eingestuft.
Die Philippinen decken den Großteil ihrer Rohölbeschaffung aus dem Nahen Osten und haben nach dem militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran den nationalen Energie-Notstand ausgerufen. Das Lagerhaltungssystem ist nicht ausgebaut, zudem gibt es nur eine Raffinerie.
Auch in Vietnam sei die Bevorratungsstruktur unzureichend, heißt es. Das Land sei einer der wichtigen Knotenpunkte der Lieferkette für medizinische Güter nach Japan; Unterstützung zur Sicherung einer stabilen medizinischen Versorgung sei daher unverzichtbar.
Bevorratungssysteme und Versorgungsketten im Blick
Kambodscha und Laos verfügen nur über geringe Ölbevorratungsinfrastruktur und sind bei der Ölversorgung auf Thailand und Vietnam angewiesen. Die aktuelle Untersuchung soll über Thailand und Vietnam die regionalen Probleme herausarbeiten. Malaysia mit seinem hohen Grad an Energieautarkie bleibt auf eine Literaturrecherche beschränkt.
Hinter der Unterstützung steht auch die Tatsache, dass die ASEAN ihre wirtschaftlichen Verflechtungen mit China derzeit ausbaut. Japan, das über ein staatliches Rohöllagersystem verfügt, will im Bereich der Energiesicherheit Werte sichtbar machen, die sich von denen Chinas unterscheiden.
Eine direkte Lieferung von Rohöl oder Erdöl aus Japan ist nicht vorgesehen. Untersucht werden die lokalen Bevorratungssysteme, analysiert werden Lage, Verarbeitungskapazität und Alterungszustand der Raffinerien. Zudem sollen die Kapazität und der Zustand der Lagertanks sowie Spielräume für eine Ausweitung der Flächen geprüft werden.
Auch Lage und Standort von Häfen und Terminals sowie die Größe der Tanker, die einlaufen können, gehören zu den Untersuchungsgegenständen. Darüber hinaus werden der Stand der gesetzlichen Regelungen zur Bevorratung, die Aufteilung zwischen staatlicher und privater Lagerhaltung, die Verwaltungsstrukturen und der Entscheidungsablauf für Freigaben im Notfall geprüft.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Lieferkette von der Rohölbeschaffung bis zum Vertrieb von Erdölprodukten. Untersucht werden alternative Routen und deren Kosten bei der Durchfahrt sowie die Auswirkungen auf Medizin und Industrie, darunter medizinische Handschuhe und Dialyse-Schläuche, die nach Japan exportiert werden. Für die Untersuchung ist ein Zeitraum von einem Jahr vorgesehen. Geprüft wird auch eine Veröffentlichung in einem Umfang, der die diplomatischen Beziehungen und die Aktivitäten privater Unternehmen nicht beeinträchtigt.
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