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Finanzaufsicht will Verkaufsinformationen zu strukturierten Einlagen schon im Sommer strenger fassen

Finanzaufsicht will Vorschriften zu strukturierten Einlagen verschärfen

Die Finanzaufsicht will schon in diesem Sommer die Regulierung eines speziellen Finanzprodukts namens 'strukturierte Einlagen' verschärfen. Zwar sind sie wegen ihrer hohen Rendite beliebt, doch in Phasen steigender Zinsen bergen sie das Risiko, dass das Geld nicht ohne Weiteres abgezogen werden kann. Angesichts zunehmender Beschwerden sollen Banken daher ausführlicher informieren.

Risiken in den Unterlagen klar ausweisen

Nach einem noch in diesem Monat beginnenden öffentlichen Konsultationsverfahren will die Aufsicht ihre Leitlinien überarbeiten. Sie verlangt, dass Risiken im Zusammenhang mit Auszahlungs- und Kündigungsbeschränkungen in den Kundenunterlagen ausdrücklich genannt werden; bei Verstößen sollen Prüfungen eingeleitet werden. Auch der Bankenverband will seine Leitlinien für Banken entsprechend überarbeiten.

Hohe Rendite, aber erhebliche Einschränkungen

Strukturierte Einlagen ähneln Festgeldprodukten, doch ihr wesentliches Merkmal ist, dass die Bank die Laufzeit ungeachtet des Willens des Einlegers verlängern kann. Bei vorzeitiger Kündigung kann sich das eingezahlte Kapital durch Gebühren und ähnliche Kosten faktisch verringern; in einigen Fällen ist eine Kündigung über mehr als 10 Jahre hinweg nicht möglich.

Weil sie mit einem vergleichsweise hohen Risiko einhergehen, bieten sie auch höhere Renditen. Als Produkt, mit dem selbst unter Negativzinsen Einlagenzinsen erzielt werden konnten, haben sie sich bei großen Direktbanken und einigen Regionalbanken verbreitet. Die Bestände beliefen sich laut Finanzaufsicht auf mehr als 400 Milliarden Yen.

Unmut wächst mit steigenden Zinsen

Für viele Sparer war die Rückkehr einer Welt mit Zinsen eine böse Überraschung. Für Banken, für die die Einwerbung von Einlagen zur Top-Priorität geworden ist, ist der Vorteil einer Laufzeitverlängerung größer geworden, während die Einlagenzinsen im Vergleich zu den aktuellen Marktzinsen nicht mehr besonders hoch sind. Einige Direktbanken koppeln strukturierte Einlagen an Vergünstigungen wie Gebührenerlasse. Es wird zudem vermutet, dass manche Kunden Verträge abgeschlossen haben, ohne den Inhalt ausreichend zu verstehen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Branche sind bei Banken und der Finanzaufsicht bereits mehrere Beschwerden von Kunden eingegangen, die ihre Verträge nicht kündigen können.

Bei erneut steigenden Zinsen droht die Umkehr

Die Finanzaufsicht sorgt sich um eine Ausweitung der Verwirrung. Der Zinssatz für strukturierte Einlagen, die eine Direktbank im Jahr 2022 während der Phase negativer Zinsen angeboten hatte, lag im Bereich von 0,5 Prozent, doch derzeit ist der Zinssatz für einjährige Festgelder auf 0,4 Prozent gestiegen. Sollten die Leitzinsen künftig weiter angehoben werden, dürfte sich die Rangfolge gegenüber strukturierten Einlagen umkehren, was die Zahl der Kunden, die eine Kündigung verlangen, deutlich erhöhen dürfte.

Auch bei strukturierten Anleihen reagiert die Behörde

Die Finanzaufsicht hat bereits zuvor Maßnahmen gegen den Vertrieb von Finanzprodukten mit Derivaten vorangetrieben. Auch bei strukturierten Anleihen hatte sie angesichts steigender Beschwerden eine Verschärfung der Erläuterungen verlangt.

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