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Nikkei sinkt weiter, da KI- und Halbleiterwerte verkauft werden; Bankaktien legen zu

Nikkei fällt um 809 Yen, Gewinnmitnahmen bei KI- und Halbleiterwerten; Bankaktien gefragt

Am Vormittag des 5. Handelstages an der Tokioter Börse setzte der Nikkei-Durchschnitt seinen Rückgang fort und schloss 809 Yen unter dem Vortag bei 66.661 Yen. Während bei den bislang marktführenden Aktien aus den Bereichen künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter Gewinnmitnahmen einsetzten, griffen Anleger bei Finanz- und Binnenkonjunkturwerten zu; rund 80 Prozent der im TSE Prime gelisteten Titel legten zu.

Verkaufsdruck auf KI- und Halbleiterwerte

Der Nikkei stand direkt nach dem Handelsstart unter Verkaufsdruck, und das Minus weitete sich zeitweise auf mehr als 1.600 Yen aus. Allein die beiden Werte Advantest und Tokyo Electron drückten den Index um gut 700 Yen. Auch Shin-Etsu Chemical und Ibiden gaben nach, SoftBank Group fiel zeitweise um 3,68 Prozent.

Schwache US-Halbleiterwerte schlagen durch

Ausgelöst wurde dies durch die Entwicklung am Vortag an den US-Aktienmärkten, wo der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der aus wichtigen Halbleiteraktien besteht, um mehr als 2 Prozent gefallen war. Kazuyuki Muramatsu, Leiter des Investmentbereichs bei Wa Capital, sagte, die in kurzer Zeit stark gestiegenen KI- und Halbleiterwerte mit aufgelaufenen Gewinnen seien zum Verkaufsziel geworden. Zugleich verwies er darauf, dass die Erwartungen an das mittel- bis langfristige Wachstum intakt seien. Es handle sich lediglich um eine Korrektur der Überhitzung und eine 'Pause' vor dem nächsten Aufwärtsschub.

Kapital fließt in Bankaktien

Der Nikkei hat zwar vom Schlussstand des Rekords vom 3. Handelstag aus fast 2.000 Yen eingebüßt, doch das bedeutet nicht, dass sich die Anlegerstimmung verschlechtert hat. Am 5. Handelstag legten an der TSE Prime etwa 80 Prozent der Titel zu. Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities, sieht es als gesund an, dass am Gesamtmarkt eine Rotation in andere Bereiche als KI und Halbleiter zu beobachten ist. Es sei ein Bild, in dem aus Gewinnmitnahmen abfließendes Kapital in zurückgebliebene Aktien umgeschichtet werde.

Der prominenteste Sektor sind Bankaktien. Die Sumitomo Mitsui Financial Group stieg um 1,43 Prozent und erreichte erstmals seit dem 12. Februar, also seit etwa vier Monaten, ein neues Allzeithoch. Auch die Mitsubishi UFJ Financial Group markierte an mehreren Tagen in Folge neue Höchststände.

Stützend wirkt auch die Erwartung einer Zinserhöhung durch die Bank of Japan. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der Sitzung im Juni, gemessen am Markt für Overnight-Index-Swaps (OIS), ist von rund 70 Prozent Ende Mai auf mehr als 90 Prozent gestiegen. Zudem wurde beachtet, dass BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda am 3. in Tokio erklärt hatte, die Frage einer Zinserhöhung müsse gründlich diskutiert werden.

Auch Versicherer und Einzelhändler gefragt

Die Suche nach Nachzüglerwerten weitete sich auch auf Versicherungs- und Einzelhandelsaktien aus. T&D Holdings, das den Verkauf von Aktien bekannt gegeben hatte, stieg zeitweise um 8,48 Prozent und erreichte ein Hoch, das zuletzt vor etwa 19 Jahren gesehen wurde. Aeon legte um 1,60 Prozent zu, Seven & i Holdings um 0,97 Prozent.

Der Kassapreis für Dubai-Öl aus dem Nahen Osten gab am Morgen des 5. nach. Zwar kommen die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran weiterhin nicht voran, doch laut Daihi Takei, Stratege bei Resona Holdings, fließt Kapital in Aktien zurück, bei denen die Wahrscheinlichkeit einer Ergebnisverbesserung hoch ist.

Im weiteren Verlauf werden am Abend des 5. nach japanischer Zeit die US-Arbeitsmarktdaten für Mai veröffentlicht. Vorlaufindikatoren hatten eine robuste Beschäftigungslage signalisiert; die Daten gelten daher als wichtiger Hinweis für die Einschätzung der US-Konjunktur. In der kommenden Woche stehen zudem der Börsengang des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX sowie die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex (CPI) an. Je nach Ergebnissen könnte die hohe Volatilität an den Märkten anhalten.

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