Nikkei legt unter Führung von KI-Aktien deutlich zu, am Vormittag bei 68.452 Yen
Am 3. Handelstag an der Tokioter Börse legte der Nikkei-Index deutlich zu. Zum Vormittagsschluss stand er 1.718 Yen bzw. 2,57 % höher als am Vortag bei 68.452 Yen. Damit übertraf er das Schlussrekordniveau und überschritt erstmals intraday die Marke von 68.000 Yen. Nach den Kursgewinnen bei US-Techaktien am Vortag griffen Anleger verstärkt bei Titeln aus den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI) und Halbleiter zu. Die Marktkapitalisierung von Kioxia Holdings lag zeitweise über der von Toyota Motor.
KI-Titel geben den Takt vor
Im Nachmittagsgeschäft weitete sich das Plus zeitweise auf mehr als 2.000 Yen aus, und auch der Tokyo Stock Price Index (TOPIX) stieg zeitweise erstmals über 4.000 Punkte. Ausgangspunkt der Kursbewegung des Tages war Kioxia. Die Aktie lag zeitweise 7 % im Plus und markierte an zwei Tagen in Folge ein neues Allzeithoch. Die Marktkapitalisierung überholte zeitweise Toyota und kletterte auf den zweiten Platz unter den inländisch notierten Unternehmen.
Als Kurstreiber galt die Ankündigung auf einer Investorenveranstaltung am 2., wonach das Unternehmen eine progressive Dividende einführen will, bei der die Dividende nicht gekürzt, sondern gehalten oder angehoben wird. Der Start könnte frühestens im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres bis März 2027 erfolgen. Auch der Hinweis auf Aktienrückkäufe wurde am Markt als Ausweitung der Aktionärsvergütung gewertet.
Der Senior-Analyst Kazuyoshi Saito von IwaiCosmo Securities wies darauf hin, dass die Aktie zwar wegen ihres Wachstumspotenzials geschätzt worden sei, die Einführung einer progressiven Dividende aber den Anlegerkreis ausweiten könnte. Die Haltung, trotz fortgesetzter Wachstumsinvestitionen die Rückflüsse an Aktionäre zu stärken, dürfte bei einem breiten Investorenkreis gut ankommen, sagte er.
Die Käufe weiten sich auf ein breites Spektrum aus
Auch Halbleiterwerte wie Tokyo Electron und Advantest legten zu. Am Vortag an der Wall Street waren Techaktien gekauft worden, nachdem Jensen Huang, Vorstandschef von Nvidia, einen zuversichtlichen Ausblick auf die Nachfrage nach Rechenzentren gegeben hatte. Darauf griff der Markt in Tokio zurück. In einer am 2. veröffentlichten Prognose der World Semiconductor Trade Statistics (WSTS), in der große Halbleiterhersteller erfasst sind, wird der Weltmarkt 2026 voraussichtlich um rund 90 % gegenüber 2025 auf 1,5112 Billionen Dollar, etwa 240 Billionen Yen, wachsen. Dai Takemoto, Stratege bei Resona Holdings, sagte, dies habe Anlegern, die wegen überhitzter Kurse vorsichtig seien, ein Gefühl von Kaufzuversicht gegeben.
Am US-Markt sprang am 2. Corning, ein Anbieter von optischen Komponenten für Rechenzentren, kräftig an. Auch in Tokio wurden neben Fujikura, dessen Kurs zuvor bereits anhaltend gefallen war, die auf Glasfasern spezialisierten Titel Furukawa Electric und Sumitomo Electric Industries gekauft, die sogenannten 'Kabel-Drei Brüder'.
Die Käufe weiteten sich über KI und Halbleiter hinaus aus. Bei den Autoaktien, denen eine gewisse Rückständigkeit angelastet worden war, legten neben Toyota auch Honda und Mazda zu. Toyota schloss am Vormittag 1,82 % höher und holte sich damit den zweiten Platz bei der Marktkapitalisierung hinter der SoftBank Group zurück.
Auch einige Bankaktien zeigten sich fest. Für den Nachmittag war eine Rede von Bank of Japan-Gouverneur Kazuo Ueda angesetzt, wodurch Erwartungen an eine Zinserhöhung im Juni in den Fokus rückten. Im Tokioter Prime-Markt lag die Zahl der Gewinner am Vormittag bei rund 60 %, und der TOPIX überschritt zwischenzeitlich den Höchststand vom 29. Mai bei 3.957,17. Kohei Onishi, Senior Investment Strategy Researcher bei Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, sagte, es sei gesund, wenn sich am Markt insgesamt ein rotierendes Anlagemuster zeige. Sollte sich die Tendenz fortsetzen, dass Mittel aus den konzentrierten KI- und Halbleiterwerten in breitere Titel fließen, dürfte die Nachhaltigkeit der Aktienrally zunehmen.
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