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SoftBank Group dank KI-Hoffnungen an der Spitze, Toyota fällt erstmals seit rund 22 Jahren zurück

SoftBank Group nach Marktkapitalisierung erstmals seit rund 22 Jahren vor Toyota – dank KI-Hoffnungen

SoftBank Group bei der Marktkapitalisierung im Inland an der Spitze

Die Marktkapitalisierung der SoftBank Group (SBG) hat am 1. des Monats die von Toyota Motor übertroffen und das Unternehmen damit unter den japanischen Firmen an die Spitze gebracht. Dass Toyota die Topposition im Inland abgibt, ist erstmals seit rund 22 Jahren der Fall. Anleger preisen damit vorweg neue Wachstumserwartungen rund um künstliche Intelligenz (KI) ein.

An der Tokioter Börse stiegen die SBG-Aktien am 1. des Monats zeitweise um 15% gegenüber dem Vortagesschluss auf 8626 Yen und markierten ein Rekordhoch seit Börsennotierung. Die Marktkapitalisierung kletterte auf mehr als 49 Billionen Yen. Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Kurs durch die Ankündigung der SBG vom 31. Mai, in Frankreich mit bis zu 75 Milliarden Euro (rund 14 Billionen Yen) ein KI-Rechenzentrum bauen zu wollen.

Toyota hatte seit Dezember 2003, als der Konzern den damaligen Spitzenreiter NTT DoCoMo überholte, den ersten Platz in der heimischen Marktkapitalisierung gehalten. Im März 2026 lag die Marktkapitalisierung zeitweise bei mehr als 60 Billionen Yen, doch der Aktienkurs entwickelt sich derzeit nur verhalten.

Zuflüsse in KI-nahe Werte

Bei SBG wiederum fließt Geld zu, weil der Konzern als einer der Protagonisten des weltweit rasch voranschreitenden KI-Investitionszyklus gilt. Der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres vervierfacht. Der größte Abstand zur Marktkapitalisierung von Toyota bestand im März 2024; damals lag er bei rund 50 Billionen Yen, ehe der anschließende Kurssprung bei SBG zur Wende führte.

Hintergrund sind die Erwartungen an KI, die in die breite Anwendung übergeht. Im Fokus des Marktes stehen das US-Unternehmen OpenAI, an dem SBG massiv beteiligt ist, sowie die britische Halbleiterdesign-Schmiede Arm Holdings, die zum Konzern gehört. Um OpenAI machen sich zunehmend Börsengangsspekulationen breit, und die Ansicht verfestigt sich, dass der Wert der von SBG gehaltenen Vermögenswerte weiter steigen dürfte. Der Unternehmenswert von OpenAI wird teils auf 1 Billion Dollar (rund 160 Billionen Yen) geschätzt. Nach Angaben von SBG erreicht die Zahl der wöchentlich aktiven Nutzer 15% aller Internetnutzer weltweit.

Auch Arm wird als Kurstreiber gesehen. Die Aktie hat von der weltweiten Ausweitung der Halbleiternachfrage profitiert. Mit der Verbreitung von KI-Inference, bei der Systeme Fragen von Endnutzern beantworten, sowie von autonomen, selbstständig arbeitenden agentischen KI-Anwendungen steigt die Nachfrage nach den von Arm entworfenen CPUs (Central Processing Units).

Gewicht verschiebt sich am japanischen Aktienmarkt

Die Spitzenplätze bei der Marktkapitalisierung spiegeln seit jeher die Industrie- und Wirtschaftsstruktur ihrer Zeit wider. In den frühen 2000er-Jahren lag NTT DoCoMo an der Spitze. Der Mobilfunk-Internetdienst i-mode dominierte den heimischen Markt und stand symbolisch für die Frühphase des japanischen Internets vor dem Aufkommen des Smartphones.

Toyota, das nach dem Platzen der IT-Blase an die Spitze rückte, trieb die Globalisierung Japans voran. Der Konzern baute vor allem in Nordamerika und anderen Auslandsmärkten die lokale Produktion aus und wurde 2007 bei den US-Verkäufen an Ford Motor vorbeiziehend zur Nummer zwei. Mit einer konsequenten Lokalisierung von Vertrieb und Entwicklung sicherte sich Toyota die Position als weltweit größter Autobauer.

Dass SBG Toyota überholt hat, wird als Zeichen dafür gewertet, dass die KI-Ära nun endgültig an Fahrt aufnimmt. Kapital sammelt sich am Markt bei Unternehmen, die von KI profitieren.

Für Kioxia Holdings, die Speicherchips für Rechenzentren herstellt, wird für das Nettoergebnis im Zeitraum April bis Juni ein Anstieg um das 48-Fache auf 869,0 Milliarden Yen erwartet; die Marktkapitalisierung hat Mitsubishi UFJ Financial Group übertroffen. Unter den zehn Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung findet sich auch der Halbleiterfertigungsanlagenhersteller Tokyo Electron; er liegt vor Hitachi, dessen Geschäft mit Stromübertragungs- und Verteilungsanlagen vom steigenden Strombedarf für Rechenzentren profitiert.

Japans KI-nahe Unternehmen gewinnen bei Geschäftsentwicklung und Börsenkursen an Dynamik, doch der Abstand zu den globalen Tech-Schwergewichten bleibt groß. Die Marktkapitalisierung des US-Chipkonzerns Nvidia, der im Zentrum der KI-Halbleiter steht, beläuft sich auf rund 5,1 Billionen Dollar (rund 820 Billionen Yen) und liegt damit weltweit vor Microsoft und Alphabet an der Spitze.

Auch in Asien gewinnen Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC), der größte Auftragsfertiger von Halbleitern, und der südkoreanische Speicherchipriese Samsung Electronics an Gewicht. Damit japanische Konzerne international nicht an Sichtbarkeit verlieren, sind massive Investitionen in den KI-Bereich unerlässlich.

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