Nikkei-Index zeitweise über 67.000 Yen wegen KI-Rally, Mittel fließen in Nachzüglerwerte
Nikkei-Index durchbricht zeitweise 67.000 Yen
Der Nikkei-Stock-Average stieg am 1. Handelstag an der Tokioter Börse weiter und schloss bei 66.934 Yen; damit markierte er an zwei Handelstagen in Folge ein Rekordhoch. Im Tagesverlauf lag der Index erstmals in der Geschichte zeitweise über 67.000 Yen. Die Käufe von Aktien mit Bezug zu künstlicher Intelligenz (KI) bleiben stark, und die Anleger wenden sich zunehmend von den Schwergewichten hin zu zurückgebliebenen Titeln.
Kapitalzufluss in Nachzüglerwerte
Besonders auffällig war an diesem Tag der Anstieg von Aktien, die bis etwa Mitte Mai im KI-Boom hinterherhinkten. Murata Manufacturing legte um 9 Prozent zu und baute damit die kräftigen Gewinne weiter aus; die Marktkapitalisierung überschritt 20 Billionen Yen. Der Kurs stieg seit Mitte Mai um 70 Prozent, da die Hoffnung auf eine steigende Nachfrage nach Mehrschicht-Keramikkondensatoren (MLCC) für KI-Rechenzentren wuchs.
Das Papier galt lange als eine Aktie mit Bezug zu Apples 'iPhone', doch mit dem Anstieg der Aufträge für Kondensatoren für KI-Server änderte sich die Marktsicht grundlegend. Tetsuro Ii, Präsident von Commons Investment, sagte, es könne sich um einen großen Trend handeln, der in diesem Jahr begonnen habe und der als 'vierte industrielle Revolution' bezeichnet werden könnte.
Die KI-Rally verbreitert sich
Die Sorge vor einer einseitigen Konzentration auf KI bleibt bestehen, doch Anzeichen für nachlassendes Interesse der Anleger gibt es nicht. Alesta Nimow, Leiterin Aktienvertrieb bei JPMorgan Securities, sagte, Sektoren außerhalb von KI zögen die Aufmerksamkeit der Investoren nur schwer auf sich, und die Diskussionen blieben dort oft flach. Der Markt interpretiere KI-Investitionen nicht als vorübergehenden Hype, sondern als strukturellen Wandel.
An den US-Aktienmärkten legte Dell Technologies am vergangenen Freitag um 33 Prozent zu. Ausschlaggebend war ein Auftragsbestand für KI-Server von mehr als 50 Milliarden Dollar, was die Erwartung verstärkte, dass sich die Wachstumsstory der KI-Investitionen über mehrere Jahre in den Ergebnissen niederschlagen werde.
Auch in Japan zeigte sich bei den im Nikkei enthaltenen Werten von April, als die Rally an Fahrt gewann, bis zum 20. Mai, als Nvidia seine Zahlen vorlegte, besonders deutlich die Kursstärke von Kioxia Holdings. Seit dem 21. Mai fiel Kioxia auf Platz fünf zurück, während andere zuvor wenig beachtete Titel wie TDK und Minebea Mitsumi unter die Spitzenreiter rückten.
Das spätere Wachstum von KI-Aktien wird auch von der Transformation der Unternehmen selbst gestützt. Dell wurde 2013 privatisiert und wandelte sich vom PC-Hersteller zum IT-Infrastrukturunternehmen. Auch TDK verlagerte den Schwerpunkt von einem auf Magnetköpfe ausgerichteten Geschäft hin zu Halbleiterbezogenen Bereichen. Die auf mehrere Jahre angelegte Umlenkung von Investitionen in Wachstumsfelder mit Blick auf das KI-Zeitalter schlägt sich nun in der aktuellen Entwicklung nieder.
Hisashi Arakawa, Leiter des Portfoliomanagements bei Aberdeen Japan, sagte, dass es mit der Ausweitung der Kursrally leichter geworden sei, neue Positionen aufzubauen. In einem Markt, in dem nur wenige Aktien steigen, nimmt die Sektorlastigkeit zu, und neue Käufe werden schwerer; mit der breiteren Streuung der Nachfrage habe man jedoch 'Schein-Käufe' bei den Nachzüglern Shin-Etsu Chemical und Recruit Holdings aufgenommen.
Recruit wird inzwischen als 'KI-Nutzungswert' wahrgenommen, da das Unternehmen künstliche Intelligenz zur Steigerung der Produktivität einsetzt. Im Jahr 2025 hatte die Aktie zeitweise 20 Prozent verloren, seit dem 20. Mai legte sie jedoch um 10 Prozent zu. Am 1. Tag stieg NEC um 6 Prozent und Fujitsu um 8 Prozent, sodass auch große IT-Konzerne, die im KI-Boom als Nachzügler galten, wieder Kapital anzogen. Auch Nomura Research Institute und SHIFT erholten sich und legten jeweils um 4 Prozent zu.
Die Sorge vor dem rasanten Anstieg hält weiter an. Dennoch gibt es die Ansicht, dass Anleger, solange die KI-Rally anhält, zwangsläufig die Titel im Zentrum des Booms verfolgen müssen. Da sich die Nachfrage nicht mehr nur auf Kioxia konzentriert, sondern breiter verteilt, verbessert sich das Marktumfeld für einen Vorstoß in Richtung der unerreichten 70.000-Yen-Marke.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.