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Anthropic stellt IPO-Antrag bei der SEC; Börsengang noch 2026 wird wahrscheinlicher

Anthropic reicht IPO-Antrag bei der SEC ein; Börsengang noch 2026 rückt näher

Möglichkeit eines vorgezogenen IPO-Zeitpunkts

Das US-Start-up Anthropic, das Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, teilte am 1. mit, dass es einen Antrag auf einen Börsengang (IPO) bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht habe. Den Entwurf des sogenannten S-1, dem US-Pendant zum Prospekt, reichte das Unternehmen ohne öffentliche Offenlegung der Inhalte ein. Damit haben sich die Erwartungen an einen Börsengang noch 2026 weiter verstärkt. Es dürfte nach dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX im Juni zu einem der großen IPOs im KI-Sektor werden.

Finanzdaten sowie die Zahl der angebotenen und verkauften Aktien, der Ausgabepreis und die Börse für das Listing wurden nicht bekannt gegeben. Das Unternehmen erklärte, diese Angaben nach Abschluss der Prüfung offenzulegen; zum Zeitpunkt des Börsengangs hieß es, dieser hänge von den 'Marktbedingungen und anderen Faktoren' ab. Zuvor hatte es bereits Erwartungen an einen Börsengang zwischen Oktober und Dezember gegeben, doch durch den aktuellen Antrag ist eine Vorverlegung möglich geworden.

Mehr als 1 Billion Dollar im Blick

Beim Börsengang dürfte das Unternehmen einen Börsenwert von mehr als 1 Billion Dollar (rund 160 Billionen Yen) anstreben. Bereits im Juni war berichtet worden, dass SpaceX unter der Führung von Elon Musk einen Börsengang an der US-Technologiebörse Nasdaq im Umfang von 1,8 Billionen Dollar plane. Auch bei OpenAI werde an den Vorbereitungen für einen IPO-Antrag gearbeitet, wie berichtet wurde. Damit wird der Wettbewerb um Börsengänge der drei großen nicht börsennotierten Unternehmen deutlicher.

Anthropic wurde 2021 von CEO Dario Amodei und anderen gegründet. Die dialogbasierte KI 'Claude' kam später auf den Markt als OpenAIs 'ChatGPT', hat ihre Fähigkeiten jedoch im Programmierbereich verbessert und ihre Präsenz als einer der führenden Namen unter den KI-Unternehmen ausgebaut. Im April stellte das Unternehmen die neue KI 'Claude Mythos' vor, die Schwachstellen in Systemen besonders gut erkennen kann, und weckte damit das Interesse von Regierungen und Finanzinstituten weltweit.

Kapitalbedarf treibt Börsenpläne an

Anthropic nahm bei einer Kapitalerhöhung am 28. Mai 65 Milliarden Dollar ein und erreichte damit einen Unternehmenswert von 965 Milliarden Dollar. Innerhalb von rund drei Monaten hat sich dieser Wert um das 2,5-Fache erhöht und damit erstmals die Bewertung von OpenAI in Höhe von 852 Milliarden Dollar übertroffen. Auch das Geschäft wächst rasant: Der Umsatz im Zeitraum April bis Juni belief sich auf 10,9 Milliarden Dollar und lag damit rund 2,3-mal so hoch wie im Vorquartal. Das bereinigte operative Ergebnis vor Posten wie Aktienvergütungen dürfte zudem erstmals positiv ausfallen.

Die Entwicklung und der Betrieb von KI erfordern enorme Summen. Ein Börsengang würde es erleichtern, flexibel Kapital über Aktien und Anleihen aufzunehmen. Anthropic und OpenAI haben bislang als nicht börsennotierte Unternehmen Mittel von Wagniskapitalgebern und großen Tech-Konzernen eingeworben, doch mit ihrer Skalierung wird dieser Spielraum enger. David Erickson, außerordentlicher Professor an der Columbia University, wies darauf hin, dass ein früher Börsengang das Unternehmen weniger anfällig für Einflüsse von Wettbewerbern machen und es ihm erleichtern könne, als Aushängeschild der KI Branche eine Marktbewertung zu erhalten.

Harrison Rolfes von der US-Analysefirma PitchBook sagte mit Blick auf den diesjährigen IPO-Markt, dieser werde 'der wichtigste Zyklus seit der Tech-Boom-Phase um die Jahrtausendwende' sein. Entscheidend für die weitere Entwicklung von KI-Aktien werde sein, ob die Profitabilität von Anthropic den Erwartungen der Investoren entspreche.

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