Israel kontrolliert Beaufort im Süden des Libanon wieder nach 26 Jahren
Israelische Armee weitet Offensive im Süden des Libanon aus
Israels Verteidigungsminister Katz teilte am 31. in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) mit, dass die strategisch wichtige Stellung Beaufort im Süden des Libanon eingenommen worden sei. Es sei das erste Mal seit 26 Jahren, dass Israel die Kontrolle über den Ort habe. Israel weitet seine Offensive im Süden des Libanon als Militäroperation gegen die vom Iran unterstützte schiitische Hisbollah aus.
Beaufort liegt auf einer Anhöhe rund 5 Kilometer auf libanesischer Seite der Grenze zu Israel und nahe der südlichen Großstadt Nabatieh, die als wichtiger Stützpunkt der Hisbollah gilt. Der Ort ist für die mittelalterliche Burg Beaufort bekannt; die israelische Armee besetzte die Burg und hisste dort die Nationalflagge.
Auch Auswirkungen auf Verhandlungen möglich
Der Iran blockiert faktisch die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus und fordert in den Gesprächen mit den USA über ein Ende der Kämpfe auch ein Ende der Gefechte im Libanon. Das Vorgehen der israelischen Armee dürfte diese Gespräche belasten.
Nach Angaben israelischer Medien eroberte die israelische Armee Beaufort während der Invasion im Libanon 1982 und hielt den Ort bis zum Rückzug im Jahr 2000 besetzt. Ministerpräsident Netanjahu sagte am 29., dass die Armee Militäraktionen jenseits des Litani-Flusses durchführe, der im Süden des Libanon etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt verläuft.
Zwischen Israel und der Hisbollah trat am 17. April unter Vermittlung der USA eine Waffenruhe in Kraft. Die israelische Armee hat ihre Offensive jedoch beschleunigt, und die USA scheinen dies zu billigen. Israel und der Libanon führen weiter Regierungsgespräche zur Eindämmung der Lage, doch die israelische Seite geht davon aus, dass die libanesische Regierung nicht in der Lage ist, die Hisbollah zu kontrollieren, und lockert die Militäroperationen nicht. Libanons Ministerpräsident Salam kritisierte die israelische Offensive am 30. Mai als 'nicht nur eine Verletzung der Souveränität, sondern auch ein Versuch, die Geschichte des Libanon auszulöschen'.
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