SBG will in Frankreich Rechenzentren für bis zu 14 Billionen Yen bauen
SoftBank Group plant in Frankreich Rechenzentren für bis zu 14 Billionen Yen
Erster KI-Standort in Europa soll aufgebaut werden
Die SoftBank Group (SBG) will in Frankreich bis zu 14 Billionen Yen investieren und Rechenzentren bauen. Die Gesamtleistung soll 5 Gigawatt erreichen und damit das Vorhaben zum größten seiner Art in Europa machen. Ziel ist es, Rechenkapazitäten für künstliche Intelligenz (KI) nicht nur in den USA, sondern auch in Europa zu sichern.
SBG plant zudem den Bau eines Rechenzentrums in dem US-Bundesstaat Ohio im Umfang von 80 Billionen Yen. Vor dem Hintergrund, dass Rechenkapazitäten in den USA konzentriert sind, reagiert das Unternehmen damit auf den in Europa beschleunigten Aufbau von Standorten und will das Risiko einer zu starken Konzentration des Geschäfts streuen.
Bekanntgabe bei Regierungsevent in Frankreich
Passend zum Investitionsförderungsevent 'Choose France', das die französische Regierung am 1. Juni ausrichtet, will Vorstandschef und Präsident Masayoshi Son vor Ort den Investitionsplan vorstellen. Staatspräsident Emmanuel Macron hatte SBG im Zuge seines Japan-Besuchs von Ende März bis Anfang April zu Investitionen aufgefordert.
Das neu zu errichtende Rechenzentrum wird für SBG der erste KI-Standort in Europa sein. In der ersten Phase sollen in den kommenden fünf Jahren 45 Milliarden Euro (rund 8,4 Billionen Yen) investiert werden, um unter anderem in Dunkerque und Bousquel in der nordfranzösischen Region Hauts-de-France Anlagen mit einer Gesamtleistung von mehr als 3 Gigawatt zu errichten. Vorgesehen ist nicht nur die Versorgung Frankreichs, sondern auch die Bereitstellung von Rechenkapazität für Nachbarländer.
Das endgültige Investitionsvolumen wird auf 75 Milliarden Euro geschätzt, was umgerechnet einem Umfang von 14 Billionen Yen entspricht. SBG soll die Koordination des Vorhabens übernehmen; der eigene Finanzierungsanteil dürfte sich jedoch auf einen Teil beschränken. Server und KI-Halbleiter bringen Kunden wie Cloud-Anbieter selbst mit. Zur Finanzierung soll auch Projektfinanzierung eingesetzt werden.
Auch die Lieferkette soll in Frankreich aufgebaut werden
Laut dem deutschen Marktforschungsunternehmen Statista ist die Zahl der Rechenzentren in den USA mit mehr als 4000 deutlich höher als in anderen Ländern. Großbritannien und Deutschland liegen jeweils bei mehr als 500, während Frankreich auf etwas mehr als 300 kommt. Europa hinkt den USA hinterher und treibt den Aufbau von Standorten voran.
SBG baut auch die dazugehörige Lieferkette auf. In Partnerschaft mit dem französischen Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric ist geplant, im Hafen von Dunkerque im Norden eine neue Fabrik für Stromversorgungsausrüstung für Rechenzentren zu errichten. Auch die Ausrüstung will das Unternehmen selbst beschaffen, um den Bau rasch voranzutreiben.
Die Sicherung der Stromversorgung ist bei Rechenzentren eine Herausforderung, doch Frankreich setzt verstärkt auf die Nutzung seiner Kernkraftwerke und kann Strom daher vergleichsweise stabil bereitstellen. Auch die Baukosten gelten als niedriger als in den USA.
Mit seiner im Februar 2025 vorgestellten 'nationalen KI-Strategie' hat die französische Regierung angekündigt, innerhalb weniger Jahre private und staatliche Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in den KI-Sektor zu lenken. Zudem will sie die Zusammenarbeit mit Indien und Ländern des Globalen Südens ausbauen und eine von den USA und China unterschiedliche 'dritte Säule' der KI aufbauen.
Auch große US-Tech-Konzerne sehen Frankreich als aussichtsreich an. Amazon Web Services (AWS) plant, von 2026 bis 2028 mehr als 15 Milliarden Euro in den Ausbau der KI-Infrastruktur und verwandte Bereiche zu investieren. Microsoft hatte 2024 ebenfalls Investitionen von 4 Milliarden Euro im KI-Bereich angekündigt.
SBG will von Frankreich aus den Aufbau der KI-Infrastruktur in Europa vorantreiben. Allerdings steigen die Verbindlichkeiten, da das Unternehmen nacheinander milliardenschwere Investitionen in KI ankündigt. Bleibt das Nachfragewachstum hinter den Erwartungen zurück, könnte sich die Amortisation der Investitionen als schwierig erweisen.
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