Nikkei erholt sich wegen Spekulationen über Gespräche zwischen den USA und dem Iran, MLCC-Aktien markieren neue Höchststände
Nikkei erholt sich und markiert neues Rekordhoch
Im Handel in Tokio am Vormittag des 29. kletterte der Nikkei-Index nach einem Rückgang am Vortag um 1203,45 Yen beziehungsweise 1,86 Prozent auf 65.896,57 Yen. Gestützt von der am 28. beobachteten Hausse an den US-Börsen vor dem Hintergrund von Spekulationen über Fortschritte bei Gesprächen zwischen den USA und dem Iran trieben Käufe von Aktienindex-Futures durch ausländische Spekulanten den Markt nach oben. Der Anstieg überschritt zeitweise 1300 Yen und lag damit über dem am 25. erreichten Rekordstand von 65.158 Yen.
Spekulationen über Gespräche zwischen den USA und dem Iran stützen den Markt
Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete am 28., die USA und der Iran hätten sich darauf geeinigt, die Waffenruhe um 60 Tage zu verlängern und ein Memorandum zur Beratung der iranischen Nuklearfrage zu unterzeichnen. Das Memorandum enthalte die Regelung, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus nicht eingeschränkt werde, und warte noch auf die abschließende Zustimmung von US-Präsident Donald Trump. Demgegenüber dementierte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am 28. die Einigung und erklärte, es gebe 'keine endgültige Entscheidung'. Am Markt überwog jedoch eine optimistische Stimmung.
Am US-Aktienmarkt am 28. legte der Nasdaq Composite Index den sechsten Handelstag in Folge zu und markierte den dritten Tag in Folge ein Rekordhoch. Auch der Philadelphia Semiconductor Index (SOX), der aus wichtigen Halbleiterwerten besteht, gewann 0,99 Prozent. In Tokio wurden am 29. Halbleiterwerte wie SoftBank Group (SBG), Ibiden und Kioxia Holdings gekauft.
Käufe konzentrieren sich auf MLCC-Titel
Unter den größten Beiträgen zum Nikkei lagen Werte aus dem Bereich mehrschichtiger Keramikkondensatoren (MLCC) vorn. Murata Manufacturing stieg zeitweise um 15 Prozent, Taiyo Yuden um 14 Prozent und TDK um mehr als 9 Prozent; alle drei markierten neue Allzeithochs. MLCC sind wichtige Bauteile zur Stabilisierung der Spannung in Servern für künstliche Intelligenz (KI). Die jüngste Nachfragezunahme und Hoffnungen auf Preiserhöhungen lösten Käufe aus.
Hirotaka Ichikawa, Chefmarktstratege bei Sumitomo Mitsui DS Asset Management, sagte, die Informationen seien zwar widersprüchlich, 'aber dass die Gespräche über eine vorläufige Einigung zwischen den USA und dem Iran in der Endphase sind, dürfte Tatsache sein'. Selbst wenn die Verhandlungen über die Öffnung der Straße von Hormus und die Entsorgung von hochangereichertem Uran durch den Iran Zeit beanspruchen sollten, bestehe 'weiterhin die starke Erwartung, dass es letztlich zu einer endgültigen Einigung kommt'.
Engpässe bei Angebot und Nachfrage geben verwandten Aktien Rückenwind
Die Verknappung von Angebot und Nachfrage bei MLCC zeigt sich auch in den Wirtschaftsdaten. Laut der am 28. vom Finanzministerium veröffentlichten Handelsstatistik für April stiegen die Exporterlöse von MLCC im Jahresvergleich um 28,0 Prozent. Manabu Akizuki, Research-Analyst bei Nomura Securities, analysiert, dass Händler elektronischer Bauteile ihre Lagerbestände bewusst aufstockten und dass 'selbst bei allgemeinen MLCC, die eigentlich ausreichen müssten, das Angebot und die Nachfrage angespannt sind'. Neben Vorzieheffekten aufgrund von erwarteten Preiserhöhungen werde auch Lager aufgebaut, um einer möglichen Knappheit bei Hochleistungs-MLCC vorzubeugen, da sich die Produktionszeiten von Nvidias KI-Halbleiter Rubin und Apples iPhone im Jahr 2026 überschneiden, so Akizuki weiter.
Auch aus dem Ausland kamen Hinweise auf eine angespannte Lage. Die taiwanische Wirtschaftszeitung Commercial Times berichtete am 27., dass Guangdong Fenghua Advanced Technology (Fenghua High-Tech), ein Hersteller elektronischer Bauteile, wegen stark gestiegener Aufträge die Annahme von Bestellungen für MLCC und andere Produkte gestoppt habe. Zudem hieß es über Murata Manufacturing, die Auslastung der Werke liege bei mehr als 90 Prozent und nähere sich dem Vollbetrieb.
Seit Beginn des Monats Mai hat der Nikkei um mehr als 5000 Yen zugelegt. Während Leitungen wie Fujikura und Furukawa Electric, die zuvor kräftig gestiegen waren, schwächer tendieren, sehen Marktteilnehmer einen Kapitalfluss innerhalb von KI-bezogenen Werten von Kabeln hin zu elektronischen Bauteilen. Trotz anhaltender Vorsicht angesichts der hohen Kurse setzt sich die sektorale Rotation fort, und die Erwartung, dass japanische Aktien weiter nach oben tendieren, gewinnt an Breite.
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