Asahi Kasei und 30 weitere Unternehmen prüfen Beteiligung an Softbanks neuer inländischer KI-Firma
An der von Softbank gegründeten neuen Firma für die Entwicklung inländischer KI erwägen rund 30 Unternehmen, darunter Asahi Kasei, eine Beteiligung. Neben großen Auto- und Elektronikkonzernen sondieren auch führende Unternehmen aus der Chemie- und Robotikbranche sowie weitere wichtige Industriekonzerne ihre Teilnahme.
Industriedaten als Wettbewerbsvorteil
Bei der Entwicklung von KI-Modellen liegen die USA und China vorn, doch japanische Unternehmen wollen die Daten aus ihren Fertigungsstätten zu einem Vorteil machen. Ziel ist es, Produktions- und Technologiedaten aus einer breiten Palette von Branchen wie Werkstoffen und Maschinen zu nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit von 'Physical AI' zu stärken, die Maschinen und Roboter autonom steuern und antreiben kann.
Im Juni Vorabbeteiligung von rund 10 Unternehmen
Auch Yaskawa Electric, Fujitsu sowie große Konzerne aus der Schwerindustrie und der Transportbranche prüfen eine Beteiligung an der Entwicklung des japanischen KI-Basismodells der neuen Firma. Zunächst dürften rund 10 Unternehmen im Juni eine Beteiligung beschließen; pro Firma wird ein Investitionsvolumen im Bereich von mehreren zehn Millionen Yen erwartet.
Die Entwicklung des japanischen KI-Basismodells wird von Softbank, NEC, Honda und der Sony Group als Kerntrio getragen, die jeweils mehr als 10 Prozent halten. Neben den drei Megabanken, darunter MUFG Bank, beteiligen sich auch Nippon Steel und Kobe Steel mit kleineren Beträgen. Hinzu kommen Unternehmen, die die Industrie mit Materialien, Werkzeugmaschinen und Logistik unterstützen, um eine KI-Basis zu entwickeln, die branchenübergreifend in der gesamten Lieferkette genutzt werden kann. Der Einsatzbereich von KI soll sich erweitern, sodass auch Entscheidungen mit Blick auf die Gesamtoptimierung leichter fallen.
Die neue Firma strebt an, bis 2027 ein KI-Großmodell zu entwickeln, das zu den größten in Japan zählt. Bei den Leistungsparametern wird eine Größenordnung von einer Billion angestrebt. Bis 2029 soll das Modell so weiterentwickelt werden, dass es unterschiedliche Informationen wie Bilder und Sprache gleichzeitig verarbeiten kann; Anfang der 2030er Jahre soll es auch Informationen aus der realen Welt wie Gewicht, Temperatur, Position und Entfernung integriert handhaben können.
Das entwickelte Modell soll für Investoren und andere geöffnet werden und den Aufbau branchen- und unternehmensspezifischer KI-Modelle sowie Serviceplattformen vorantreiben. Große Technologiekonzerne in den USA und Europa schließen die Modellentwicklung jeweils für sich ab und können unternehmensspezifische Informationen wie den Betriebszustand von Werkzeugmaschinen nur schwer einbeziehen. Die neue Firma will hochwertige Daten aus der Fertigung sammeln und sich über die Leistungsfähigkeit von Physical AI differenzieren.
Eine Billion Yen für den Ausbau des Rechenzentrums
Auch ein Umfeld, in dem Unternehmensdaten sicher für das KI-Training genutzt werden können, wird geschaffen. Auf dem früheren Gelände des Sharp-Werks in Sakai, das Softbank 2025 erworben hat, soll ein Rechenzentrum mit einer der größten Informationsverarbeitungskapazitäten Japans entstehen. Bereits 2028 soll eine Recheninfrastruktur, die auf einer großen Zahl von Grafikprozessoren (GPU) basiert, in den regulären Betrieb gehen.
In der Anlage wird eine Rechenplattform installiert, die die Nutzung von 100.000 Einheiten des KI-Spitzenchips H200 des US-Herstellers Nvidia ermöglicht. Die Kosten für die zugehörige Infrastruktur dürften 1 Billion Yen erreichen. Sollte das Vorhaben in das Programm von NEDO aufgenommen werden, würde der Staat die Infrastrukturentwicklung anführen, während sich Softbank auf den Betrieb der Einrichtung konzentrieren könnte.
Im KI-Sektor halten die massiven Investitionen an. Die vier großen US-Techkonzerne, darunter Meta und Google, dürften 2026 insgesamt mehr als 100 Billionen Yen in den Ausbau von Rechenzentren und andere Infrastruktur investieren, die als Grundlage für den Betrieb von KI dient. Auch Softbank plant große Investitionen im Konzernverbund, doch allein gegen die US-Techriesen anzutreten hat Grenzen. Das Unternehmen will mit der heimischen Fertigungsindustrie zusammenarbeiten und die Stärken japanischer Anbieter ausspielen.
Auch die regierende Liberaldemokratische Partei fordert in ihren Vorschlägen zur KI-Politik der Regierung nicht, in allen Bereichen auf 'rein inländische' Lösungen zu setzen, sondern stattdessen den Schwerpunkt auf bereichsspezifische KI zu legen, die in der Fertigung und anderen Einsatzfeldern nützlich ist. Schätzungen zufolge entfallen 60 Prozent der weltweit zirkulierenden Daten auf Unternehmen; wenn solche Daten mit dem impliziten Wissen aus der Praxis kombiniert werden, könnte der KI-Einsatz in anspruchsvollen Bereichen wie der autonomen Steuerung von Fabriken vorankommen. Dafür ist der Aufbau einer Infrastruktur nötig, die unternehmensspezifische Informationen wie den Betriebszustand von Werkzeugmaschinen sicher für das KI-Training nutzbar macht.
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