Iran behauptet, die Kontrolle über die Straße von Hormus bleibe auch nach Wiederaufnahme des Durchgangs bei Teheran
Kontrolle über die Straße von Hormus
Das iranische Staatsfernsehen berichtete am 27. Juni, dass es in einem Entwurf für ein Memorandum zur Beendigung der Kämpfe mit den USA heiße, die Kontrolle über die Straße von Hormus bleibe bei Iran, auch wenn die Schifffahrt wieder aufgenommen werde. In der Nuklearfrage gebe Teheran seine harte Linie nicht auf und wolle in den Verhandlungen wirtschaftliche Vorteile so weit wie möglich herausholen.
Wirtschaftliche Unterstützung im Vordergrund
Präsident Pezeshkian sagte am selben Tag bei einem Treffen mit Unternehmern und Händlern: 'Das Hauptschlachtfeld ist der Wirtschaftskrieg mit den USA.' Das meldete die iranische Nachrichtenagentur IRNA. Iran wolle Forderungen der USA in den Atomgesprächen, darunter die Entsorgung hochangereicherten Urans, aufschieben und zugleich die Kontrolle über die Meerenge sowie die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte erreichen. Die USA und Iran sollen zunächst ein Memorandum unterzeichnen und in den folgenden 60 Tagen die offenen Punkte ausarbeiten.
Freigabe von Vermögenswerten und Atomgespräche
Laut dem Wall Street Journal zielt Irans Verhandlungsstrategie darauf ab, Unterstützung für die schwer angeschlagene Wirtschaft zu sichern, ohne im Nuklearstreit so weit nachzugeben, dass US-Präsident Trump einen 'Sieg' verkünden könnte.
Kalkül rund um die Straße von Hormus
Der durch die faktische Blockade ausgelöste Anstieg der Ölpreise belastet Trump mit Blick auf die Zwischenwahlen im November. Iran versucht, den Wunsch der USA nach einer raschen Öffnung in ein Verhandlungsinstrument zu verwandeln. Nach dem von iranischen Staatsmedien berichteten Entwurf des Memorandums will Iran die Meerenge nicht bedingungslos öffnen, sondern selbst den Schiffsverkehr kontrollieren und über die Durchfahrt entscheiden. Zudem sei geplant, Geld als sogenannte 'Servicegebühr' für die Verkehrssteuerung zu kassieren und mit Oman zusammenzuarbeiten.
Forderung nach Freigabe eingefrorener Vermögenswerte
Ein Punkt, auf dem Iran nachdrücklich besteht, sind im Ausland eingefrorene Vermögenswerte. Die der Revolutionsgarde nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am 26. Juni, Iran verlange als Bedingung für eine Einigung die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte in Höhe von schätzungsweise 24 Milliarden Dollar (rund 3,8 Billionen Yen). Am 25. Juni wurde zudem bekannt, dass Parlamentspräsident Ghalibaf und Außenminister Araghchi gemeinsam mit dem Zentralbankchef Katar besucht hatten. Katar ist dafür bekannt, dass es bei dem Gefangenenaustausch zwischen den USA und Iran im Jahr 2023 iranische Vermögenswerte von rund 6 Milliarden Dollar aus Südkorea transferierte.
Keine Zugeständnisse in der Nuklearfrage
Gleichzeitig macht Iran unmissverständlich klar, dass es in der Nuklearfrage keine Zugeständnisse geben wird. Nach Angaben des englischsprachigen iranischen Senders Press TV sagte ein ranghoher iranischer Vertreter am 27. Juni, indirekte Kontakte mit den USA dauerten zwar an, die Entsorgung von angereichertem Uran gehöre jedoch 'nicht zum Verhandlungsthema'.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.