KI-Skepsis rückt Gegenwind für SpaceX-Giganten-IPO in den Fokus
Das von SpaceX veröffentlichte S-1 zur Vorbereitung des Börsengangs spiegelt nicht nur die Aufmerksamkeit für die Aussicht auf eines der größten IPOs aller Zeiten wider, sondern auch den Gegenwind in den USA rund um KI. Das auf Raumfahrt, Telekommunikation und KI ausgerichtete Unternehmen plant die Notierung an der Nasdaq am 12. Juni; das eingesammelte Volumen dürfte 75 Milliarden Dollar, etwa 12 Billionen Yen, erreichen.
Frühindikator für ein Megа-IPO
Nach Angaben von Renaissance Capital USA war der bislang größte Börsengang Saudi Aramco im Jahr 2019 mit einem Emissionsvolumen von rund 25,5 Milliarden Dollar. Auch der Börsengang von Alibaba 2014 und der von Softbank 2018 sind als große Listings bekannt, doch als Unternehmen mit vielen Gemeinsamkeiten zu SpaceX gilt vor allem das US-Unternehmen Facebook, heute Meta.
Beim Facebook-Börsengang 2012 herrschte eine Stimmung, als feiere die ganze Stadt Menlo Park. Im Unterschied dazu wird KI im S-1 von SpaceX ausdrücklich als Geschäftsrisiko genannt. Zwar nutze die Mehrheit der US-Amerikaner KI, vertraue ihr aber noch nicht ausreichend, hieß es dort; zudem warnte das Unternehmen, dass eine Erosion des gesellschaftlichen Vertrauens die Verbreitung von Produkten und Dienstleistungen bremsen könnte.
Wachsende Skepsis gegenüber KI
In einer im März veröffentlichten internationalen Vergleichsstudie des Nomura Research Institute gaben in den USA mehr als 17 Prozent an, KI überhaupt nicht zu vertrauen. Damit lag das Land vor Japan, China und Deutschland. Hintergrund sind Sorgen über die Verbreitung von Fehlinformationen, die Förderung von Diskriminierung und die Ausweitung sozialer Ungleichheit.
Im April wurde in San Francisco ein Molotowcocktail auf das Haus von Sam Altman, dem CEO von OpenAI, geworfen. US-Medien berichteten, der Tat liege Hass auf KI zugrunde. Auch bei der Abschlussfeier der University of Arizona am 15. Mai stieß der eingeladene frühere Google-CEO Eric Schmidt bei Studierenden auf heftige Ablehnung.
Der US-Venture-Investor Ben Horowitz sagte, starke Unzufriedenheit über Ungleichheit verbinde sich mit den Bewegungen der Tech-Branche und die negativen Seiten von KI würden übermäßig betont. Auch Arvind Narayanan, Professor an der Princeton University, weist darauf hin, dass viele Vorbehalte gegen KI in Wahrheit Ausdruck von Unmut über den Kapitalismus seien.
Auch Widerstand gegen Rechenzentren
Es gibt aber auch Bestrebungen, die KI-Forschung stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Auf Googles Entwicklerkonferenz trat in diesem Jahr Demis Hassabis auf, der Leiter der KI-Forschungssparte und ebenfalls Nobelpreisträger, und nannte die Verbesserung der Gesundheit als einen der wichtigsten Einsatzbereiche von KI.
Doch auch beim Ausbau von Rechenzentren, einem zentralen Verwendungszweck der Mittel, den SpaceX im S-1 nennt, lehnten in einer im März von Gallup durchgeführten Umfrage 71 Prozent den Bau in ihrer Nachbarschaft ab. Das Unternehmen verfolgt zwar auch die Idee, Anlagen im Weltraum zu errichten, im S-1 ist dies jedoch frühestens für 2028 vorgesehen.
Das Megа-IPO dürfte viele neue Vermögen schaffen, zugleich aber die Skepsis gegenüber KI verstärken und sich als Hindernis für die Geschäftsausweitung erweisen.
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