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EU verhängt 200 Millionen Euro Strafe gegen Temu wegen Mängeln beim Umgang mit illegalen Produkten

EU verhängt 200 Millionen Euro Strafe gegen Temu wegen Verstößen gegen das DSA

Verbreitung illegaler Produkte nicht unterbunden

Die Europäische Kommission, die Exekutive der Europäischen Union (EU), teilte am 28. mit, dass sie gegen die aus China stammende E-Commerce-Plattform Temu eine Geldstrafe von 200 Millionen Euro, umgerechnet rund 37 Milliarden Yen, verhängt. Sie kam zu dem Schluss, dass dort weit verbreitet illegale Produkte angeboten werden und damit gegen EU-Vorschriften verstoßen wird.

Die Maßnahme erfolgt auf Grundlage des EU-Gesetzes über digitale Dienste (DSA). Die Geldstrafe nach diesem Gesetz, das Plattformunternehmen zur Bekämpfung illegaler Inhalte verpflichtet, ist nach der gegen X, früher Twitter, im Dezember 2025 verhängten Strafe die zweite ihrer Art.

Die Kommission erklärte, Temu habe die Risiken illegaler Produkte, die über den eigenen Online-Marktplatz verbreitet werden, nicht ausreichend bewertet und die erforderlichen Maßnahmen versäumt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Verbraucher in der EU auf der Temu-Website auf illegale Produkte stoßen, sei sehr hoch.

Mängel bei der Sicherheitsbewertung

Die Kommission erklärte zudem, eigene Belege erhalten zu haben. Nach Ermittlungen unter anderem im verdeckten Einkauf hätten viele bei Temu angebotene Ladegeräte grundlegende Sicherheitstests nicht bestanden.

Auch bei Spielzeug für Säuglinge und Kleinkinder seien Produkte festgestellt worden, die Chemikalien oberhalb der gesetzlichen EU-Grenzwerte enthielten oder bei denen ablösbare Teile ein Erstickungsrisiko darstellten. Zudem habe man unzureichend bewertet, dass die Produktempfehlungsfunktionen der Website und Werbung durch angeschlossene Influencer zur Verbreitung illegaler Produkte beitragen könnten.

EU-Vizepräsidentin Henna Virkkunen kritisierte in einer Erklärung vom 28. dass Temu konkrete Risiken herunterspiele und es an Belegen fehle, zudem sei die Bewertung nicht umfassend.

Auflagen zur Abhilfe und Reaktionen der Länder

Das DSA erlaubt es, gegen Unternehmen, die gegen die Regeln verstoßen, Geldstrafen von bis zu 6 Prozent des weltweiten Umsatzes zu verhängen. In schweren Fällen kann auch die Aussetzung von Diensten innerhalb der EU angeordnet werden. Die Kommission erklärte, die Höhe der nun verhängten Strafe habe sie unter Berücksichtigung von Art und Dauer des Verstoßes berechnet.

Temu wurde außerdem zu raschen Korrekturmaßnahmen aufgefordert. Bis zum 28. August muss das Unternehmen einen Aktionsplan für Verbesserungen vorlegen. Für den Fall der Nichtbefolgung der Anweisungen drohte die Kommission mit weiteren Geldstrafen.

Im Zusammenhang mit grenzüberschreitendem E-Commerce aus China, etwa über Temu und Shein, verschärfen Länder und Regionen ihre Maßnahmen. Die US-Regierung unter Donald Trump schaffte im Mai 2025 die Steuerbefreiung für Kleinsendungen aus China ab. Auch die EU will ab diesem Sommer Kleinpakete unter 150 Euro besteuern, die bislang steuerfrei waren. Die japanische Regierung prüft ebenfalls Gegenmaßnahmen.

Europäische Einzelhändler warnen zunehmend vor der massiven Zuflut billiger Waren aus China und anderen Ländern und fordern von den EU-Mitgliedstaaten und der Kommission Gegenmaßnahmen. Die Kommission nahm Temu mit dem Ziel, die Verbreitung illegaler Produkte zu unterbinden, ins Visier der digitalen Regulierung. Im Februar 2026 leitete sie aus demselben Grund auch gegen Shein ein formelles Ermittlungsverfahren ein.

Die Kommission sieht zudem das Design von Websites kritisch, das eine Abhängigkeit bei Verbrauchern fördern könne. Unabhängig vom DSA sollen außerdem neue digitale Rechtsvorschriften geprüft werden, um die Sicherheit im E-Commerce zu erhöhen.

Sollten EU-Vorschriften zu Änderungen an Temus System führen, könnte dies auch das Geschäftsmodell in anderen Regionen, einschließlich Japan, beeinflussen.

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