Republikanischer Kandidat für den Senatssitz in Texas: MAGA-Mann Paxton
MAGA-Lager siegt
Im südstaatlichen US-Bundesstaat Texas hat sich am 26. in einer Stichwahl um die republikanische Kandidatur für die Senatswahl Ken Paxton (63), ein enger Vertrauter von Präsident Donald Trump, durchgesetzt. Bei der Wahl im November tritt er gegen den Demokraten James Talarico (37) um den Sitz an.
US-Medien berichteten übereinstimmend über Paxtons Sieg. In der Stichwahl standen sich der moderate Senator John Cornyn (74) und Paxton, der das Amt des texanischen Justizministers innehat, gegenüber.
Trump hatte am 19. seine Unterstützung für Paxton erklärt. Bei den Republikanern hatten von Trump unterstützte Kandidaten auch in Kentucky und anderen Bundesstaaten Vorwahlen gewonnen, was die Stärke seines Einflusses in der Partei erneut unterstrich.
Hardliner mit Skandalen
Paxton genießt breite Unterstützung im MAGA-Lager. Als Justizminister des Bundesstaats hat er in Klagen gegen eine demokratische Regierung und Technologieunternehmen eine harte Linie verfolgt. Trump bezeichnete ihn zudem als 'echten MAGA-Krieger'.
Zugleich ist Paxton in mehrere Skandale verwickelt. Laut der 'New York Times' wurde er in der Vergangenheit wegen Wertpapierbetrugs angeklagt; außerdem warf ihm vergangenes Jahr seine frühere Ehefrau, eine Abgeordnete im Parlament von Texas, mit der er 38 Jahre lang verheiratet war, eine Affäre vor.
Cornyn stellte seine Bilanz von vier Amtszeiten und 24 Jahren im Senat in den Vordergrund und kritisierte Paxtons Probleme. In der Vorwahl im März kam Cornyn auf 42,5 Prozent, Paxton auf 40,8 Prozent; damals lag Cornyn damit leicht vorn.
Duell mit Demokrat Talarico
Paxton tritt bei der Senatswahl im November gegen den demokratischen Newcomer Talarico an. Talarico hatte in der Vorwahl im März einen landesweit bekannten Abgeordneten des Repräsentantenhauses geschlagen und damit Schwung aufgenommen.
Talarico wirbt mit dem Slogan 'Der wahre Kampf ist oben gegen unten' und rückt die Bekämpfung sozialer Ungleichheit in den Mittelpunkt. Er nutzt soziale Medien offensiv und baut seine Unterstützung unter jüngeren Wählern aus. Als gläubiger Christ will er auch konservative Wähler, einschließlich Republikanern, für sich gewinnen.
Laut dem US-Politikmedium Politico kam eine von den Republikanern vor der Vorwahl durchgeführte Umfrage zu dem Ergebnis, dass die Partei den Sitz eher verlieren könnte, wenn Paxton gegen Talarico antrete. Paxton, der in der eigenen Partei viele Gegner hat, dürfte es nach dieser Einschätzung schwer haben gegen Talarico, der parteiübergreifende Unterstützung anstrebt.
Wandel im konservativen Texas
Texas gilt seit Langem als feste republikanische Bastion, und die Partei hält dort seit 1993 den Senatssitz. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch die Bevölkerungsstruktur verändert; 2022 überstieg der Anteil der hispanischen Bevölkerung mit mehr als 40 Prozent erstmals den der Weißen. Zudem hält der Zuzug aus den demokratisch geprägten Ost- und Westküsten an.
Zusammen mit diesen Veränderungen und der Präsenz eigenwilliger Kandidaten hat sich die texanische Senatswahl zu einem in den Zwischenwahlen stark beachteten Wahlkreis entwickelt. Im Fokus steht, ob Texas zu einem Swing State wird, in dem sich das Ergebnis von Wahl zu Wahl leicht verschieben kann.
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