SBG-Aktie beschleunigt ihren Anstieg, Abstand zu Toyota bei der Marktkapitalisierung auf gut 2 Billionen Yen geschrumpft
SoftBank Group, Aufwärtstrend beschleunigt sich dank KI-Hoffnungen
Die Aktie der SoftBank Group (SBG, 9984) klettert weiter. Gestützt von Kaufinteresse auf Basis von Spekulationen über einen Börsengang des US-Beteiligungsunternehmens OpenAI hat die Aktie an zwei Tagen in Folge ein Allzeithoch erreicht. Die Marktkapitalisierung hat den Abstand zum Spitzenreiter Toyota Motor (7203) auf gut 2 Billionen Yen verringert.
Im Tokioter Handel am 26. stieg die SBG-Aktie zeitweise um 930 Yen oder 13,15 Prozent auf 8000 Yen. Damit wurde unter Berücksichtigung des Aktiensplits an zwei Tagen in Folge ein Rekordhoch erreicht. Seit den Berichten über einen möglichen OpenAI-Börsengang am 21. hat die Aktie an vier Handelstagen in Folge zugelegt. Der Kursanstieg summierte sich auf 58 Prozent.
Spekulationen über OpenAI-Börsengang stützen den Kurs
Das Wall Street Journal (WSJ) berichtete vergangene Woche, OpenAI bereite die Einreichung eines IPO-Antrags vor. Ziel sei offenbar ein Börsengang frühestens im September. In dem Bericht wurde der jüngste Unternehmenswert mit 852 Milliarden Dollar oder rund 135 Billionen Yen angegeben, am Markt wird teils auch von 1 Billion Dollar ausgegangen. Die Erwartung, dass die Bewertungsgewinne des von SBG finanzierten Unternehmens weiter wachsen, treibt Käufe der SBG-Aktie an.
Rückenwind kommt auch von der Kursstärke des britischen Chipdesigners Arm Holdings, an dem SBG 90 Prozent hält. Bis zum 22. legte die Aktie fünf Handelstage in Folge zu und steigerte ihren Kurs in diesem Zeitraum um fast 50 Prozent. Hintergrund sind die am 20. veröffentlichten Quartalszahlen des US-Halbleitergiganten Nvidia, dessen Management sich zuversichtlich zur Zukunft der CPU Vera äußerte. Auch für die von Arm entwickelte CPU AGI CPU erwartet Jarnardan Menon von Jefferies 'starke Nachfrage'.
Höhere Arm-Kurse lassen auch NAV steigen
Der Kursanstieg der Arm-Aktie erhöht den Nettovermögenswert, kurz NAV, der sich aus dem Wert der gehaltenen Aktienbestände von SBG abzüglich der Nettofinanzverbindlichkeiten ergibt. Mit dem wachsenden NAV steigt auch das Kursniveau, ab dem Anleger die SBG-Aktie als überteuert ansehen. Der Senior-Analyst Satoru Kikuchi von SMBC Nikko Securities hob in einem Bericht vom 25. das Kursziel für SBG von 5200 Yen auf 8500 Yen an, gestützt auf die Kursgewinne bei Arm.
Nach einigen Marktschätzungen erreicht der NAV von SBG 60 Billionen Yen. Die Marktkapitalisierung lag am 26. um 13 Uhr bei rund 45,42 Billionen Yen einschließlich eigener Aktien und damit weiterhin darunter. Während der Aufwärtsphase bis Oktober vergangenen Jahres näherte sich die Marktkapitalisierung zeitweise dem NAV an, doch danach fiel der Kurs wegen Gewinnmitnahmen wieder zurück. Wenn der NAV als Richtgröße weiter Beachtung findet, sehen Marktteilnehmer noch Spielraum nach oben.
Auch Stimmen mit Blick auf 10.000 Yen
Der Analyst Shigetoshi Kamata von Tachibana Securities hält es vor dem Hintergrund des Kursanstiegs von Arm und der Spekulationen über einen OpenAI-Börsengang für nicht ausgeschlossen, dass die SBG-Aktie 'die Marke von 10.000 Yen anpeilt'. Er sagte zudem, dass Geld, das sich bislang auf KI-bezogene Aktien in den USA konzentriert habe, nun als Diversifizierung nach Asien und zu SBG fließe. Das verstärke den Eindruck weiter steigender Kurse.
Die Marktkapitalisierung von Toyota lag am 26. um 13 Uhr bei rund 47,558 Billionen Yen. Der Abstand von rund 28 Billionen Yen zum Jahresende hat sich auf etwa 2,1 Billionen Yen verringert. Sollte es zu einer Überholung kommen, wäre dies das erste Mal seit März 2000 während der Dotcom-Blase. Im Vergleich ohne eigene Aktien liegt SBG bereits vor Toyota. Zudem wächst die Sorge, dass die Unruhe im Nahen Osten die Fahrzeugproduktion und die Lieferketten für Teile beeinträchtigen könnte. Toyota-Aktien liegen seit Jahresbeginn um 10 Prozent im Minus und entwickeln sich damit gegenläufig zu SBG.
Sollten die derzeit gefragten KI- und Halbleiterwerte jedoch einbrechen, dürfte auch SBG dem Verkaufsdruck nicht entgehen. OpenAI steht im Wettbewerb mit Unternehmen wie dem US-Konkurrenten Anthropic, und es bleibt schwer abzuschätzen, ob das Unternehmen das vom Markt erwartete Wachstum liefern kann. Da mehrere Kurstreiber zusammenkommen, könnte die Volatilität der Aktie weiter zunehmen.
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