Toshifumi Suzuki trieb den Strukturwandel im Handel mit Blick von außen voran – Wegbereiter für Seven und dessen Wiederaufbau
Den Handel mit Blick von außen verändern
Toshifumi Suzuki legte beim Aufbau seines Managements größten Wert auf den Blick von außen. Seine Überzeugung, dass Laien frei von Zwängen denken könnten, stützte die Gründung von York Seven, dem Vorläufer von Seven-Eleven Japan, und die anschließende Geschäftsentwicklung.
Der 1973 gegründete Convenience-Store-Betreiber York Seven stieß auch beim damaligen Mutterkonzern Ito-Yokado auf erhebliche Vorbehalte. Dahinter stand die Auffassung, dass es in Japan im Gegensatz zu den USA viele kleine und mittlere Läden gebe. Dennoch holte das Unternehmen den Großteil der Gründungsmitglieder aus Branchen außerhalb des Handels, setzte den 24-Stunden-Betrieb durch und realisierte eine gemeinsame Auslieferung über Konzerngrenzen hinweg, die die Auslastung erhöhte und die Zahl der Lieferfahrzeuge verringerte.
Ein System, das die Branchenlogik veränderte
Weil Suzuki sich nicht an Vorbildern orientierte und Lieferanten mit dem Argument des Kundeninteresses überzeugte, wurde die gemeinsame Auslieferung zum Branchenstandard. Als Seven-Eleven nach der Insolvenz des US-Geschäfts 1991 mit dem Wiederaufbau begann, hielten Handelsfachleute in Japan und den USA das Vorhaben für riskant, doch Suzuki trieb die Sanierung voran.
Auch die 2001 gegründete Seven Bank wurde anfangs von der Finanzbranche mit Blick auf die Rentabilität skeptisch gesehen. Heute verfügt das Unternehmen jedoch über eines der größten ATM-Netze Japans und hat sich als Teil der Lebensinfrastruktur etabliert. Von zu Hause zubereiteten Onigiri und Bento über die Zahlung von Versorgungsrechnungen und PB-Produkte bis hin zu günstigem frisch gebrühtem Kaffee erweiterte der Konzern schrittweise das Angebot im Convenience-Store.
Überzeugungskraft aus der Praxis
Suzukis Überzeugungsfähigkeit und Umsetzungskraft wurden durch Erfahrungen geprägt, als er im Studium zum Vorsitzenden der Studentenvertretung gemacht wurde. Er sagte selbst, er sei eigentlich eher schüchtern, könne aber stark werden, wenn er an seine Arbeit oder an die Kunden denke. Auch der Einfluss der Studentenbewegung prägte ihn: Seine Jobsuche verlief zunächst erfolglos, und bei einem Buchgroßhändler musste er sich schließlich mit der Sortierung von Retourenscheinen befassen. Diese Erfahrungen weckten sein Unbehagen gegenüber unvernünftigen Geschäftspraktiken und führten bei Yokado zu einer Führung, die den Blick von außen in den Mittelpunkt stellte.
Die Beziehung zu Masatoshi Ito, dem Gründer von Ito-Yokado, war nicht immer einfach. Doch im Konzernmotto 'Reaktion auf Veränderung und konsequente Umsetzung der Grundlagen' spiegelten sich die Managementphilosophien beider Männer wider. Ito legte großen Wert auf Mitarbeiterschulung, während Suzuki neue Strukturen vorantrieb; zusammen formten sie das Fundament des Handelsverbunds.
Aufgaben für den Generationswechsel
Suzuki und Ito bauten gemeinsam einen der führenden Handelskonzerne Japans auf und prägten die Konsumgesellschaft stark. Als er vor rund 15 Jahren nach dem Zeitpunkt seines Rückzugs gefragt wurde, antwortete Suzuki, dies sei dann der Fall, wenn sich seine Vorstellungen von denen der Kunden entfernten. Den Wiederaufbau von Yokado brachte er dennoch nur mit Mühe voran. Auch nach seinem Rückzug aus der operativen Führung 2016 verfolgte er die Entwicklung des Konzerns weiter aufmerksam.
Als ein Reporter am 7. dieses Monats Suzukis Büro besuchte, sah dieser am Computer offenbar die Verkaufszahlen des Vortags an und wirkte nachdenklich, hieß es. Seven & i befindet sich noch mitten im Reformprozess, und die Anzeichen für neues Wachstum sind bislang nicht klar erkennbar. Die nächste Entwicklungsstufe des auf Convenience Stores ausgerichteten Handels wird der nächsten Generation überlassen.
Wenn Ihnen dieser Artikel geholfen hat, teilen Sie ihn gerne.