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Mehr als 10.000 Schwachstellen bei Nutzung des KI-Modells 'Mythos' bestätigt, rasche Behebung nötig

Anthropic bestätigt mehr als 10.000 Schwachstellen mit dem KI-Modell 'Mythos'

Mehr als 10.000 Defekte bei Hochleistungs-KI

Das US-Unternehmen Anthropic teilte am 22. mit, dass bei Firmen, die das leistungsstarke Modell für künstliche Intelligenz (KI) 'Mythos' einsetzen, mehr als 10.000 Software-Schwachstellen mit hohem Risiko gefunden wurden. Das Unternehmen sagte, Firmen müssten ihre Behebungsmaßnahmen für Software vorziehen, bevor KI auf diesem Niveau breit eingesetzt werde.

Prüfung bei 50 Firmen, rasche Behebung erforderlich

Anthropic stellt 'Mythos' seit April nicht öffentlich zur Verfügung, da das Modell über starke Fähigkeiten für Cyberangriffe verfüge, und bietet es stattdessen bevorzugt rund 50 Firmen an, vor allem aus dem US-Tech-Sektor. Bei der Überprüfung ihrer eigenen Software fanden diese Unternehmen den Angaben zufolge mehrere Hundert Schwachstellen je Firma, insgesamt mehr als 10.000.

Schwachstellen sind Defekte in Software oder Systemen und können bei Missbrauch zu unbefugtem Zugriff oder Datenlecks führen. Da Programme, die Design und Verhalten von Software bestimmen, sehr umfangreich sind und häufig aktualisiert werden, sind Schwachstellen an sich nicht ungewöhnlich.

Die Zahl neu gemeldeter Schwachstellen erreichte allein im Jahr 2025 46.000. Eine internationale Organisation stuft sie je nach Schweregrad in vier Stufen ein: 'kritisch', 'hoch', 'warnend' und 'beobachtenswert'. Die von den nutzenden Unternehmen und Anthropic genannten Fälle dürften der Stufe 'kritisch' und 'hoch' zuzuordnen sein, die zusammen die Hälfte der Gesamtheit ausmachen.

Auch bei Open-Source-Software 6.200 Fälle entdeckt

Das Unternehmen analysierte mehr als 1.000 Open-Source-Programme, die öffentlich verfügbar und für jedermann nutzbar sind. Dabei fand 'Mythos' nach Angaben des Unternehmens 6.200 Schwachstellen mit hohem Risiko. Nach einer erneuten Bewertung von weiteren 1.700 Fällen erwiesen sich rund 60 Prozent tatsächlich als Hochrisikoschwachstellen.

So entwickelte 'Mythos' bei einer weltweit weit verbreiteten Verschlüsselungs- und Kommunikationssoftware eine Angriffsmethode, die durch gefälschte Zertifikate eine Identitätsvortäuschung ermöglicht. Diese Schwachstelle sei dem Entwicklerunternehmen gemeldet und bereits behoben worden.

Die Entwicklung von KI schreitet schnell voran, und KI mit einer Leistung wie 'Mythos' dürfte künftig verfügbar werden. Selbst wenn die Verteidigungsseite massenhaft Schwachstellen aufdecken kann, steigt das Risiko eines Missbrauchs durch Angreifer, wenn die Erstellung und Anwendung von Korrektursoftware nicht Schritt halten.

Anthropic wies darauf hin, dass es zu einem großen Engpass werde, Schwachstellenprüfung und -behebung allein auf Menschen zu stützen. Zur Beschleunigung sei neben dem verstärkten Einsatz von KI auch der Aufbau von Verfahren nötig, etwa eine einfachere Prüfung von Patches und eine höhere Kontrollfrequenz.

'Mythos' ist derzeit nur eingeschränkt nutzbar, doch auch Japans drei Megabanken und andere Nutzer dürften bald Zugriffsrechte erhalten. Anthropic will die Verfügbarkeit in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern, darunter die US-Regierung und Regierungen von Verbündeten, weiter ausweiten.

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