US-DEA-Beamter sieht Japan als Transitland für Fentanyl-Schmuggel
Ein hochrangiger Beamter der US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA hat am 22. erklärt, dass das synthetische Opioid Fentanyl über Japan in die USA geschmuggelt werde. Nach Angaben der US-Behörden ist es das erste Mal, dass Japan ausdrücklich als Transitland für Fentanyl genannt wird.
Japan als Transitpunkt des Schmuggels
David King, Leiter des DEA-Büros für den asiatisch-pazifischen Raum, sagte in Tokio in einem Interview mit der Nikkei und anderen Medien, Japan fungiere für Schmugglergruppen als Transitland, um Sicherheitskontrollen zu umgehen. Kommerzielle Fracht aus Japan in die USA werde nicht so streng überprüft wie Sendungen aus China, sagte er.
Im Zusammenhang mit dem Fentanyl-Schmuggel in die USA galten China und Mexiko bislang als die wichtigsten Einfuhrwege. Die DEA ermittelt jedoch inzwischen in größerem Umfang, da Japan als Umschlagpunkt betrachtet werde. Dabei verfolge die Behörde japanische Stützpunkte einer chinesischen Organisation sowie die Spur einer mutmaßlichen Führungsperson, die illegale Geschäfte von Japan aus angeordnet haben soll.
Kein Produktionsstandort nach Ansicht der DEA
King sagte zudem, Japan sei kein Produktionsstandort für Fentanyl. Die Herstellung der Vorprodukte werde vor allem von China und Indien getragen, und derzeit sehe man Japan nicht als Ursprungsland, sagte er.
Die Nikkei hatte im Juni 2025 berichtet, dass eine chinesische Gruppe, die Fentanyl illegal exportiert habe, möglicherweise Stützpunkte in Japan unterhalten habe. Auch die europäische Ermittlungsplattform Bellingcat veröffentlichte eine ähnliche Analyse. Ermittlungsbehörden in verschiedenen Ländern arbeiten daran, die Vertriebswege aufzuklären.
Intensiverer Informationsaustausch mit der Küstenwache
Am selben Tag unterzeichnete die DEA ein Memorandum of Understanding mit der japanischen Küstenwache zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Schmuggels von Drogen, darunter Fentanyl. Der Seetransport gilt als wichtiges Mittel des Drogenschmuggels. Beide Behörden wollen den Informationsaustausch erleichtern und so verhindern, dass die Substanz über Japan in die USA gelangt.
In den USA ist die zunehmende Zahl von Fentanyl-Abhängigen zu einem gesellschaftlichen Problem geworden. US-Botschafter in Japan George Glass, der an der Unterzeichnungszeremonie teilnahm, sagte, dies sei nicht nur ein Problem für die USA, und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Japan.
Hiroaki Kanezue, Inspektor der japanischen Küstenwache, sagte, es habe bislang keine Fälle von Fentanyl-Beschlagnahmen in Japan gegeben. Zugleich erklärte er, es werde ein System benötigt, das einen gegenseitigen Informationsaustausch mit der DEA ermögliche.
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