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Nvidia mit Umsatzprognose von 91 Mrd Dollar, Konkurrenz gewinnt an Gewicht

Nvidia sieht Umsatz von 91 Mrd Dollar für Mai bis Juli 2026, Wachstum zieht an, Konkurrenz im Blick

Nvidia hat am 20. eine Umsatzprognose für den Zeitraum Mai bis Juli 2026 von 91 Mrd Dollar vorgelegt und rechnet damit mit einem Anstieg von 95% zum Vorjahreszeitraum. Die Erwartungen des Marktes wurden übertroffen, die Kursreaktion nach der Bilanz blieb jedoch verhalten. Da Rivalen aus den USA und China im Bereich KI-Halbleiter an Präsenz gewinnen, ändert sich auch der Blick auf die Führungsposition des Unternehmens.

Investitionen der US-Tech-Konzerne treiben die Nachfrage

Der Umsatz im Zeitraum Februar bis April 2026 lag bei 81.615 Mrd Dollar, ein Plus von 85% gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg um das 3.1-Fache auf 58.321 Mrd Dollar und erreichte auf Quartalsbasis einen Rekord. Die Umsatzprognose für Mai bis Juli 2026 lag über dem von QUICK und FactSet ermittelten Marktkonsens von rund 87 Mrd Dollar.

Hinter den starken Zahlen stehen massive Investitionen großer US-Tech-Konzerne. Die Investitionsausgaben von Google unter dem Alphabet-Dach, Amazon.com, Meta und Microsoft dürften 2026 um 76% auf 725 Mrd Dollar steigen. Die Nachfrage konzentriert sich auf Nvidia, das im Markt für KI-Halbleiter rund 80% hält. Der Kassenbestand belief sich Ende April auf etwa 50 Mrd Dollar. Zudem kündigte das Unternehmen ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 80 Mrd Dollar an.

Aufstieg der Konkurrenz belastet die Aktie

Im nachbörslichen Handel nach der Bilanz wechselten Käufe und Verkäufe einander ab. Die Bruttomarge für Mai bis Juli 2026 lag bei 75% und damit im Rahmen der Erwartungen. Als Maßstab für die Preissetzungsmacht bleibt der Wert hoch, doch dass sich die Käufe nicht klar in eine Richtung bewegten, zeigt die wachsende Aufmerksamkeit für das veränderte Wettbewerbsumfeld.

Ein wichtiges Beispiel ist Google, zugleich ein Großkunde. Google treibt die Entwicklung von TPU-Chips voran, die die Verarbeitung von KI-Antworten effizienter machen sollen, und denkt dabei nicht nur an den Einsatz für die eigene generative KI Gemini, sondern auch an externe Verkäufe. Nach Angaben des US-Analysehauses Omdia hatte das Unternehmen 2025 einen Anteil von 5% am Markt für KI-Halbleiter. Am 18. kündigte Google gemeinsam mit Blackstone die Gründung eines Joint Ventures für ein Cloud-Computing-Geschäft auf Basis von TPU an. Auch Amazon arbeitet an eigenen Chips und richtet den Blick auf mögliche Verkäufe an Dritte.

Auch junge Unternehmen machen Tempo. Das US-Unternehmen Cerebras Systems schloss im Januar einen Vertrag mit OpenAI über die Bereitstellung von Rechenressourcen im Wert von mehr als 20 Mrd Dollar, darunter Halbleiter. Anders als beim klassischen Ansatz, bei dem mehrere Chips verbunden werden, setzt das Konzept auf einen einzelnen großen Chip, um den Datenaustausch zu beschleunigen.

Unsicherheit im China-Geschäft bleibt

Auch chinesische Anbieter werden zu einer Bedrohung für Nvidia. China baut unter staatlicher Führung die Lieferkette für KI-Halbleiter aus und unterstützt dabei Firmen wie Huawei. Nach Angaben von Reuters hat das chinesische KI-Startup DeepSeek ein Modell entwickelt, das auf Huaweis KI-Chip Ascend läuft, was die Nachfrage nach dem Produkt stark steigen lässt. Chinas Alibaba Group stellte am 20. ebenfalls einen neuen KI-Halbleiter vor und kündigte an, bis 28 jedes Jahr neue Produkte auf den Markt zu bringen.

Nvidia ist derzeit faktisch vom chinesischen Markt ausgeschlossen. Bei dem Hochleistungschip H200 hat die US-Regierung Exporte nach China zwar unter Auflagen genehmigt, doch Pekings Behörden sollen heimische Unternehmen zum Zurückhalten bei Käufen bewegen, weshalb die Ausfuhren nicht anziehen. Im Zeitraum Februar bis April 2026 gab es keine H200-Exporte nach China, und auch in der Prognose für Mai bis Juli 2026 sind keine Erlöse aus dem Computergeschäft für chinesische Rechenzentren enthalten. Die Umsätze mit in China ansässigen Unternehmen sanken im Zeitraum Februar bis April 2026 auf 4.55 Mrd Dollar, ein Rückgang um 53% zum Vorjahr. Auch der Anteil am Gesamtumsatz ging um 5.6 Prozentpunkte zurück.

CUDA soll den Vorsprung sichern

CEO Jensen Huang betonte, dass sich Nvidia auf das Zeitalter der Agenten-KI vorbereitet habe. Neben der Hardware hat das Unternehmen mit CUDA eine Softwareplattform für die KI-Entwicklung als Branchenstandard etabliert. Zwar verschärft sich der Wettbewerb, doch die Ansicht, dass Nvidias Kernposition ernsthaft ins Wanken gerät, bleibt begrenzt. Huang sagte in der Bilanzkonferenz, Nvidia könne als Plattform für das KI-Zeitalter ein breites Spektrum an Nachfrage bedienen.

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