SpaceX-IPO-Prospekt nennt KI-Satellitennetz und Mars-Besiedlung
KI-Satelliten und Weltraum-Rechenzentren
Der am 20. von dem US-Raumfahrtunternehmen SpaceX offengelegte Prospekt für den Börsengang (IPO) enthält eine Reihe von Plänen mit Schwerpunkt auf der Raumfahrt. Für den CEO Elon Musk ist dabei vorgesehen, dass er 1 Milliarde Aktien des Unternehmens erhält, falls Ziele wie die Ansiedlung von 1 Million Menschen auf dem Mars erreicht werden.
In dem S-1-Prospekt, dem japanischen Wertpapierprospekt entsprechend, werden die bislang nur grob beschriebenen Geschäftsfelder nun ausführlich dargestellt. Im Mittelpunkt steht die Idee eines Weltraum-Rechenzentrums für künstliche Intelligenz (KI). Es ist eines der Ziele der Kapitalaufnahme über den IPO, mit dem SpaceX bis 2028 KI-bestückte Satelliten ins All bringen will.
Ein Weltraum-Rechenzentrum bezeichnet ein Satellitennetz im Erdorbit, das KI-Server an Bord trägt. Während die Strominfrastruktur am Boden begrenzt sei, könnten Solarmodule im All rund um die Uhr Energie erzeugen und so einen Dauerbetrieb erleichtern, hieß es. SpaceX erklärte, nur das Unternehmen könne einen schnellen Ausbau im großen Maßstab leisten, und schrieb, für den Aufbau von 100 Gigawatt an Satelliten mit Rechenleistung seien mehrere Tausend Starts pro Jahr und etwa 1 Million Tonnen orbitaler Transport pro Jahr nötig. Zugleich hieß es, das Unternehmen verfüge über diese Fähigkeit.
Ein Rechenzentrum der Gigawatt-Klasse benötigt in etwa so viel Strom wie ein großes Kernkraftwerk und gilt schon heute als Großanlage. SpaceX sieht die Grundlage der rasch wachsenden KI künftig im All und legt damit einen weit über das derzeitige Kerngeschäft hinausgehenden Plan vor.
Auch Mondproduktion und Mars-Besiedlung geplant
Für die Umsetzung sind jedoch die vollständige Einsatzfähigkeit und die Massenproduktion der noch in Entwicklung befindlichen Schwerlastrakete Starship unverzichtbar. Hinzu kommt, dass die zu startenden Halbleiter in der geplanten Großfabrik Terrafab in Serie gefertigt werden müssten. Es dürfte also mehrere große Hürden geben.
Der Prospekt enthält nicht nur Starts von der Erde aus, sondern auch den Aufbau eines Satellitennetzes unter Nutzung der Mondoberfläche. Vorgesehen ist zunächst eine Basis auf dem Mond, wo KI-Satelliten gefertigt werden sollen. Vom Mond aus sollen die Satelliten dann mit einem 'Mass Driver' effizient in den Erdorbit befördert werden. Der Mass Driver ist ein Begriff aus Science-Fiction-Werken wie der Reihe Mobile Suit Gundam und wird im Glossar am Anfang des Prospekts erläutert.
Auch die Ausdehnung der Menschheit auf den Mars ist Teil des Plans. SpaceX verweist darauf, dass eine Zivilisation auf nur einem Planeten die Menschheit planetarischen, unvorhersehbaren und nicht kontrollierbaren Existenzrisiken aussetze. Mars-Besiedlung könne zu einer dauerhaften Ausweitung der Zivilisation führen, so die Darstellung.
Die Mars-Besiedlung ist auch in Musks Vergütungskriterien verankert. Neben einer Marktkapitalisierung von 7,5 Billionen Dollar (1190 Billionen Yen) ist die Gründung einer menschlichen Kolonie auf dem Mars mit mindestens 1 Million Einwohnern Bedingung. Wird dies erreicht, erhält Musk eine Aktienvergütung von 1 Milliarde Aktien.
Auch Musk äußert sich
Auf der ersten Seite des Prospekts findet sich auch ein Kommentar von Musk selbst. 'Wenn ich morgens aufwache, möchte ich glauben, dass die Zukunft großartig wird. Das ist das Wesen einer Zivilisation, die ins All vorgestoßen ist. Ich glaube an die Zukunft und daran, dass sie besser sein wird als die Vergangenheit. Nichts erscheint aufregender, als ins All hinauszufliegen und zwischen den Sternen zu reisen', schrieb er.
Der Prospekt ist von Formulierungen geprägt, die zunächst abwegig erscheinen mögen. Doch SpaceX hat mehr als 100 Raketenstarts pro Jahr erfolgreich absolviert und mit einem Netzwerk von rund 10000 Kommunikationssatelliten ein Geschäft aufgebaut, das auch für die globale Sicherheit relevant ist. Der Wert des Unternehmens soll bei bis zu 2 Billionen Dollar liegen, und es wird darauf geachtet, mit welcher Bewertung SpaceX tatsächlich an den Markt geht.
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